Die junge Ami ist ein typisches kreuzbraves japanisches Schulmädchen ( aber okay, spätestens seit Tarantino wissen wir, dass hinter der Fassade unschuldiger Schulmädchen oft etwas gänzlich Unerwartetes lauern kann…..).
Ihr etwas nichtsnutziger Bruder steckt jedoch in mächtigen Schwierigkeiten: Zusammen mit seinem Kumpel hat er sich mit den falschen Leuten eingelassen- Er steht nämlich beim verzogenen Sohn eines Yakuza-Bosses, der noch dazu ein Nachfahre von Hattori Hanzo ( ja, genau der!) ist, in der Kreide.
Wegen Zahlungsschwierigkeiten befördert der Yakuza - Sprössling mit der Hilfe seiner Gang Amis Bruder ins Jenseits.
Die Behörden gehen von einem Selbstmord aus, doch Ami weiß es besser.
Das einst so brave Schulmädchen dreht komplett durch, wird zur gnadenlosen Kampfmaschine und ist fortan auf einem mehr als blutigen Rachefeldzug, der sie sogar einen Arm kostet.
Was aber nicht weiter schlimm ist, hat sie doch eine Maschinengewehrprothese.
Die Idee etwaig abhanden gekommene Körperteile dadurch wieder wettzumachen, sich eine todbringende Waffe auf den Stumpf zu schrauben ist ja nicht unbedingt neu.
Erst kürzlich verwendete Kultregisseur Robert Rodriguez diese Idee in „Planet Terror“.
In Rodriguez´ aberwitziger Zombieschlachtplatte weiß sich Hauptcharakter Cherry mit einer Maschinengewehr-Beinprothese gegen die fauligen Gesellen, die ihr Leben bedrohen, zur Wehr zu setzen.
Okay, die Idee ist ziemlich abgefahren und irgendwie cool.
Dem japanischen Regisseur Noboru Iguchi und seinen Produzenten dürfte dieser Einfall offenbar so gut gefallen haben, dass sie beschlossen aus dieser Idee einen ganzen Film zu machen.
Das Ergebnis heißt „The Machine Girl“ und sorgte letztes Jahr bei Erscheinen für Furore und wurde in den Otaku und Japanfan-Foren aufs heftigste diskutiert.
Ein typischer Fall von Hype.
Wenngleich der Film fast alles hält, was er im Vorfeld verspricht:
Nämlich eine komplett abgedrehte Schlachtplatte - und was auf der Speisekarte steht, bekommt der Zuschauer dann auch geliefert:
Der Film ist ein Blutgemetzel von Anfang bis Ende - was reine Splatterfans freuen wird, alle anderen allerdings schnell ermüdet.
Die typische Rachegeschichte dient nämlich als reines Vehikel für eine Orgie von Gewalt .
Dabei geht Regisseur aber so stilisiert und übersteigert vor, dass man die gezeigte comichafte Gewalt nicht ernst nehmen kann.
Alle Charaktere sind völlig überzeichnet- „Machine Girl“ ist ein Film gewordener Manga oder ein auf Zelluloid gebanntes Videospiel.
Die teils billigen Computereffekte kann der Zuseher sofort als solche identifizieren.
Zusätzlich macht der Regisseur Gebrauch von der aus Videospielen bekannten Ego-Perspektive, wenn Ami ihre Gegner, die sich ihr, wie in Japan so üblich, gleich in Hundertschaften in den Weg stellen, ummäht.
Wenn die Titelheldin dann knie tief im Blut watet, bewegt man sich schon „Ichi The Killer“-Gefilden - ohne jedoch dessen Qualität was die CGI-Effekte anbelangt ganz zu erreichen.
Fazit:
Der Film ist für Fans derber Japano - Splatter sicher sehr empfehlenswert, alle anderen sollten eher Abstand nehmen. Der Film ist weitgehend sinnfrei, aufgrund seines hohen Tempos aber zumindest nie langweilig. Trash hoch 10,aber allein schon wegen der absurden Einfälle sehenswert.