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von Frank Tashlin




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Brotherhood

Brotherhood

Ein Film von Will Canon

Der Thriller „Brotherhood“ handelt, platt ausgedrĂŒckt, von einer Gruppe junger Menschen und einer blöden Idee.

Im vorliegenden Fall sind es die College-Verbindungs-AnwĂ€rter Adam (Trevor Morgan, „Mean Creek“) und Kevin (Lou Taylor Pucci, „Carriers“), die vom Sigma Zeta Chi-Oberhaupt Frank (Jon Foster, „Tenderness“) fĂŒr das Aufnahmeritual mit der riskanten Aufgabe betraut werden, aus jeweils einer Tankstelle exakt 19 Dollar und 10 Cent zu stibitzen.

Kurze Zeit und einen Pistolenschuss spĂ€ter liegt Kevin schwer verletzt gegen ein Snack-Regal gelehnt auf dem Boden der Tankstelle, wĂ€hrend Frank und Adam dem aufgebrachten SchĂŒtzen und Angestellten Mike (Arlen Escarpeta, bekannt aus dem „Freitag der 13.-Reboot“) verzweifelt versuchen zu erklĂ€ren, dass die Aktion nie wirklich in einem echten Überfall enden sollte – das Verbindungs-Mitglied, das die Frischlinge eigentlich kurz vor ihrem Eintreffen abfangen sollte, hat in diesem Fall schlicht die falsche Filiale erwischt. Dumm gelaufen.

GefĂ€hrliche Spielchen wie solche fĂŒhren die Beteiligten dann stets auch in ein gehöriges Schlamasse
l, was hier eine gehörige Portion Aufregung mit weiteren Personen, Ärger mit dem Gesetz, hoher Blutverlust oder vielleicht sogar das Ende in einer Holzkiste bedeutet

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Nun kann man dem Spielfilm-DebĂŒt von Will Canon, der sich zugleich als Co-Autor verantwortlich gezeichnet hat, mit Sicherheit so einige negative Punkte vorwerfen – vor allem eben, dass die wenig mitreißende Ausgangssituation ungefĂ€hr so erfrischend neu ist, wie Oma Edeltrauts Gehstock -, jedoch aber nicht, dass die Zutaten nicht wenigstens fĂŒr einen gerade mal knapp 80-minĂŒtigen, filmischen Schnellimbiss ausreichen wĂŒrden
zumindest wenn man denn zuvor die vergangenen halbstarke- Kids-hauen-sich-nach-blöder-Idee-selbst-die-Birne-ein-Streifen schon alle gesehen hat.

Sollte der geneigte Leser die letzte AusfĂŒhrung jedoch verneinen und mit der genannten Thematik keineswegs vertraut sein, so seien diesem als bessere Referenzen vielleicht eher der ungleich packendere „Alpha Dog“ (2006) sowie der sexy Brit-Thriller „Donkey Punch“ (2008) von Oliver Blackburn empfohlen.

Regisseur Canons grĂ¶ĂŸte StĂ€rke besteht darin, dass er ohne unnĂŒtze Exposition direkt in das Geschehen einsteigt und seinen Film unter einem flotten aber nicht unĂŒbersichtlichen Tempo hĂ€lt.
Das muss er allerdings auch, denn die Story selbst gibt (wie bereits erwĂ€hnt) insgesamt recht wenig an Substanz her und auch die Figuren pendeln vehement zwischen den Adjektiven unsympathisch, unglaubwĂŒrdig oder passiv.
„Brotherhood“ ist somit ein relativ gutes Beispiel fĂŒr einen cineastischen low brainer – wer bei sich als Zuschauer zentralnervöse Risiken und Nebenwirkungen vermeiden möchte, sollte besser erst gar nicht versuchen, alle Handlungen und EntschlĂŒsse der Protagonisten vernĂŒnftig zu hinterfragen.

Da es sich bei den Figuren um US-amerikanische College-Kids handelt, die offensichtlich bereits bei ihren feucht-fröhlichen Feiereien stets gehörig ĂŒber die StrĂ€nge schlagen (wie man ebenfalls zu Beginn des Streifens erfĂ€hrt) und das Wort Studium wohlmöglich nicht mal buchstabieren können, scheint das Vernunft-Argument fĂŒr die folgenden 80 Minuten eh vollkommen ausgeblendet worden zu sein. So etwas hier zu erwarten
also ehrlich!
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Dass die Rezension nun per se eher negativ anmutet, liegt also daran, dass das vorliegende Werk fĂŒr einen wirklich guten Film inhaltlich zu arg gekĂŒnstelt wirkt. Will Canon geht ein wenig wie ein Kind mit einem Kasten voller Bausteine vor – es werden verschiedene Ideen (oder Situationen) wild aneinandergesteckt, die allerdings zum Gesamtbild herzlich wenig beitragen und den Trubel lediglich hĂŒbsch bunt darstellen. Das kann man sich ohne Zweifel durchaus mal ansehen – eine uneingeschrĂ€nkte Empfehlung kann der Rezensent aber definitiv nicht mit ruhigem Gewissen aussprechen.

NatĂŒrlich ist die Lage der Verbindungs-BrĂŒder irgendwo brisant (und fĂŒr einen sogar todernst), nur erschließt sich die unnötig komplexe Handhabung des Problems nie so recht. Wenn man schon nicht die Vernunft heraufbeschwören darf, wĂ€re ein Quentchen mehr Glaubhaftigkeit in dem inszenatorisch und darstellerisch soliden Thriller wĂŒnschenswert gewesen.

Die beste Szene kommt ĂŒbrigens gegen Ende in Form einer sich relativ unbemerkt anbahnenden Pointe (welche freilich mit der engeren Geschichte gar nichts zu tun hat) – jaja, die US-College-Studenten und ihre Partys


Völlig ĂŒber ist dagegen wieder der nervtötende Moralapostel-Schluss der ganzen RĂ€uberpistole.
Da hĂ€tte man mit etwas mehr Mut zur Konsequenz ein StĂŒck blitzblankem Konfektions-Bodens wieder gutmachen können.

Unterm Strich fĂŒllt das hier nur den hohlen Zahn, leider.

Eine Rezension von Bastian G.
(23. Februar 2011)
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Daten zum Film
Brotherhood USA 2010
(Brotherhood)
Regie Will Canon Drehbuch Will Canon & Doug Simon
Produktion Hunting Lane Films, Instinctive Film, Roslyn Productions, Three Folks Pictures Kamera Michael Fimognari
Darsteller Jon Foster, Trevor Morgan, Lou Taylor Pucci, Arlen Escarpeta, Jesse Steccato, Jennifer Sipes, Luke Sexton, Chad Halbrook, Preston Vanderslice, Tyler Corie, Evan Gamble, Katherine VanderLinden, Jeff Gibbs, Jack O'Donnell, Meyer DeLeeuw
Länge 80 min. FSK ab 16 Jahren
http://www.brotherhoodthemovie.com/
Filmmusik Dan Marocco
Der Film wurde im Rahmen des "Fantasy-Filmfests 2010" in der englischen OV vorgefĂŒhrt! Die deutsche DVD aus dem Hause "Ascot" ist seit dem 19.11.2010 erhĂ€ltlich.
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