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13 Assassins

13 Assassins

Ein Film von Takashi Miike

von Asokan Nirmalarajah

13 Assassins (2010), ein seit seiner Erstaufführung Ende letzten Jahres auf zahlreichen internationalen Filmfestivals euphorisch gefeierter Samuraifilm, gehört zu den seltenen Werken des japanischen Vielfilmers Takashi Miike, die nicht durch ihre erzählerischen oder formalen Kapriolen auffallen. Auch die berüchtigten, auf Dauer ermüdenden, um nicht zu sagen beliebigen Tabubrüche, die sich das auf konventionelle Sehgewohnheiten zertrümmernde Bilderstürme spezialisierte Enfant terrible in der Vergangenheit geleistet hat, sucht man in dem schnörkellosen Schwertkampffilm vergebens. Abseits der fröhlichen Anything-goes!-Attitüde seiner bekanntesten Produktionen Ichi the Killer (2001), The Happiness of the Katakuris (2001) und Sukiyaki Western Django (2007), und jenseits der erschütternden Psycho-Spielchen seiner besten Werke Audition und Visitor Q (beide 2001), baut er hier zur Abwechslung einmal auf klassisches Erzählkino. Mit einer schlichten, aber geradlinig spannenden Handlung, recht archetypischen, aber impulsiv gespielten Figuren und einem epischen, furiosen Actionfinale kann das stilsichere Jidai-geki-Abenteuer 13 Assassins als solide Unterhaltung überzeugen.
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Der Historienfilm nach wahren Begebenheiten spielt wie die meisten Beiträge zum Jidai-geki-Genre im feudalen Japan zur krisengeschüttelten Zeit des Übergangs von der Tradition zur Moderne. In der unmittelbaren Tradition der meisterlichen Samuraifilm-Trilogie Yôji Yamadas (Samurai in der Dämmerung, 2002, The Hidden Blade, 2004, und Love and Honor, 2006) erzählt auch 13 Assassins vom harten Los der Samurai, deren Ära sich Mitte des 19. Jahrhunderts ihrem Ende neigt. Doch anstelle der meditativen Introspektion und der tragischen Schicksalhaftigkeit, denen sich Yamadas Protagonisten hingeben, schürt Miike die Wut seiner Antihelden, die untätig mit ansehen müssen, wie der sadistische junge Lord Naritsugu (Gorô Inagaki) seine Stellung als Halbbruder des amtierenden Shogun nutzt, um wahllos mordend, plündernd und vergewaltigend durch das Land zu ziehen. Als der erfahrene Samurai Shinzaemon (Kōji Yakusho) damit beauftragt wird, das Volk zu schützen und den Lord mit der Unterstützung weiterer herrenloser Samurai zu ermorden, stellt sich ihm sein früherer Kontrahent und Naritsugus Leibwache Hanbei (Masachika Ichimura) mit mehreren hundert weiteren Leibwächtern in den Weg...
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Das ausgedehnte, schier endlose, aber durchweg packend und temporeich inszenierte Gemetzel zwischen den 13 titelgebenden Attentätern und den Heerscharen anonymer Söldner, bei dem neben Pfeilen, Pfählen, Messern, Schwertern und Sprengstoff auch originellere Mordinstrumente wie eine Steinschleuder und brennende Stiere zum Einsatz kommen, ist ein imposantes Spektakel. Dass der Film seine Daseinsberechtigung fast völlig aus diesem einfallsreich choreographierten Showdown in einem verlassenen, zu einem mörderischen Labyrinth hergerichteten Dorf schöpft, ist allerdings weniger erfreulich. Die ersten zwei dialoglastigen Drittel des Films, in denen die Protagonisten des Films und ihre Antagonisten kurz und prägnant vorgestellt werden, dienen somit in erster Linie lediglich dazu, den Zuschauer auf das letzte actionhaltige Drittel vorzubereiten. Diese Dramaturgie erinnert nicht zufällig an den Genre-Klassiker Die sieben Samurai (1954) von Akira Kurosawa, an dessen Western-Remake Die glorreichen Sieben (1960) von John Sturges und nicht zuletzt auch an Sam Peckinpahs Spätwestern The Wild Bunch (1969), die alle in einem edelmütigen Selbstmordkommando ihrer Antihelden münden.

Was diese Werke 13 Assassins voraushaben sind allerdings die besser ausgearbeiteten und schillernderen Figuren, da von Miikes zwischen alt und jung, groß und klein, ernsthaft und verspielt variierendem Männerverein nur wenige wirklich in Erinnerung bleiben. Vielleicht hätte mehr Spielzeit dem Film gut getan, schließlich nahm sich das dreieinhalbstündige Schwarzweißepos Die sieben Samurai (1954) viel mehr Zeit, um die Empathie des Publikums für ihre mal introvertierten, mal ruppigen Hauptfiguren zu gewinnen. Dessen ungeachtet liefern die intensiven, oft im flackernden Kerzenlicht fotografierten Gesichter der superben Besetzung überzeugende Vorstellungen, allen voran der sehr wandlungsfähige Koji Yakusho und der stimmgewaltige Masachika Ichimura als erbitterte Erzfeinde, sowie der sensible Takayuki Yamada als melancholischer Neffe des Hauptattentäters und der große Tsuyoshi Ihara, der als kreativer Ronin begeistert. Für den notwendigen respektlosen Humor zwischen all den tiefernsten moralischen Debatten der Samurai über die totale Treue gegenüber einem größenwahnsinnigen Feudalherren oder seiner moralisch gerechtfertigten Vernichtung sorgt Yusuku Iseya als kecker Waldgeist.
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Wie bei seinem 2002er Remake des gleichnamigen Kinji-Fukasaku-Gangsterfilm-Klassikers Graveyard of Honor (1975), handelt es sich auch bei Takashi Miikes 13 Assassins um ein respektvolles Remake, das thematisch und motivisch seinem Genre nichts Neues zutragen kann. In diesem Fall musste Eiichi Kudos nur wenig bekannter, routinierter Schwarzweiß-Samuraifilm Thirteen Assassins von 1963 als Vorlage herhalten, die Miike zeitgenössisch aufpeppt mit sehr atmosphärischen, satten Farbbildern und aufwendigeren und expliziteren Gewaltszenen. Auch die eigenwillige Miike-Handschrift ist bei verstümmelten, brutal zugerichteten Frauenkörpern, spritzenden Blutfontänen, abgetrennten Körperteilen und anderen Grausamkeiten nicht ganz unsichtbar. Trotz dieser Miike-Momente zeichnet sich 13 Assassins aber durch eine Traditionstreue gegenüber den Genre-Konventionen aus, die im überdrehten Oeuvre des Filmemachers geradezu erfrischend wirkt, aber gemessen an den Glanzlichtern des Jidai-geki-Films nur als ein kleiner, aber feiner Höhepunkt zu werten ist.

Die DVD und Blu-Ray zum Film aus dem Hause Ascot Elite haben als Extras eine kleine Auswahl an Trailern für den Film und für andere DVD-Veröffentlichungen anzubieten.

Eine Rezension von Asokan Nirmalarajah
(14. Juni 2011)
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Daten zum Film
13 Assassins Japan/GB 2010
(Jûsan-nin no shikaku)
Regie Takashi Miike Drehbuch Daisuke Tengan, nach dem Original-Drehbuch von Kaneo Ikegami
Produktion Sedic International u.a. Kamera Nobuyasu Kita
Darsteller Koji Yakusho, Yusuke Iseya
Länge 120 FSK 16
http://www.13assassins.com/
Filmmusik Kôji Endô
DVD- und Blu-ray-Start: 07.06.2011
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