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Hotel Desire

Hotel Desire

Ein Film von Sergej Moya

Das sogenannte Crowdfunding treibt mitunter recht illustre Blüten. Jüngst rief erst Christoph Maria Herbst alias Bernd Stromberg seine Fans dazu auf, den ersten Kinofilm der Kultfigur mitzufinanzieren. Der Lohn: eine Namensnennung im Abspann (den Kinogänger ja so lieben). Die letztliche Beute: eine ganze Million an gespendeten Euros. Nie war Filmemachen so einfach. Und deshalb ist es gar nicht mal verwunderlich, dass immer mehr Produktionsfirmen versuchen, das benötigte Geld per Aufruf im Internet zusammenzuklauben. Egal, um welches Genre es sich auch handeln mag. Wenig überraschend schaffte es im letzten Jahr somit auch ein experimenteller Kurzfilm, der sich selbst dem vielsagenden Genre des PorNeo zuordnet, sein geschätztes Budget von 170.000 Euro durch den Zusammenschluss Vieler zusammenzubekommen. Sex sells anscheinend noch immer, auch wenn es sich vorliegend nur um eine vergleichsweise kurze Nummer handelt:


Seit sieben Jahren war es nicht mehr so heiß, und die alleinerziehende Antonia (Saralisa Volm) verrichtet nichtsdestotrotz ihre Arbeit im Berliner Hotel Mira Mare. Routiniert kommt die junge Frau all ihren Pflichten nach und selbst doch zu kurz. Seit der Geburt ihres Sohnes vor acht Jahren hat sie sich nicht mehr als begehrenswerte Frau gefühlt. Schlimmer noch: Die Männerwelt nimmt seit einer gefühlten Ewigkeit schlichtweg keine Notiz von ihr. So unbefriedigend dieser Umstand, so folgenschwer erweist sich doch ihre Begegnung mit einem ganz besonderen Hotelgast (Clemens Schick), der die Welt im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen Augen sieht. Denn dieser künstlerisch begabte Mann, der Antonias ungestillte Lust in ungeahnte Höhen treibt, ist nicht nur Maler, sondern auch blind und kennt seine Umwelt nur durch das Ertasten mit seinen Händen...

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Ja, dieser (Kurz-)Film weist tatsächlich so etwas wie eine Geschichte auf, wenngleich im letzten Absatz auch genauso gut nichts hätte stehen können. Denn wie es sich für einen experimentellen PorNeo gehört, ist jedes gesprochene Wort, das sich nicht um die Befriedigung erotischer Gelüste dreht, im Grunde genauso überflüssig wie dicke Socken unter einer warmen Bettdecke. „HOTEL DESIRE“ ist nämlich ein klassischer Erotikfilm, wenn auch eher einer der softeren Art, sprich: frei ab 16 Jahren. Doch keine Angst: Wer glaubt, dies führe zu unweigerlichen Kuschelorgien vor der Kamera, hat zwar teilweise recht, muss dem schön fotografierten Liebesspiel, das laut der Produzenten „da weitermacht, wo klassische Hollywood-Liebesfilme stur abblenden“, aber auch nur knapp 10 Minuten beiwohnen. 10 Minuten, die sich ein-, zweimal durchaus etwas trauen (Details aus Jugendschutzgründen ausgespart), ansonsten aber nach recht konventionellem Muster gestrickt sind.


Neu sind diese also bei weitem nicht, auch wenn sich Regisseur und Drehbuchautor Sergej Moya redlich darum bemüht, diesen Umstand durch ansprechende Inszenierung, eine erstklassige Darstellerriege im Vorder- und Hintergrund – beispielsweise gibt Herbert Knaup in einem Kurzauftritt einen herrlich exaltierten Hotelchef) – und filmische Ästhetik zu kaschieren. Doch es hilft alles nichts: Am Ende ist auch im konventionell-ambitionierten „HOTEL DESIRE“ ein frommer Wunsch mal wieder lediglich der Vater des Gedanken.


Was bedeutet das nun für diesen einerseits löblich experimentellen, andererseits dann doch etwas zu sehr um Abhebung bemühten Kurzfilm? Genau das. Er sieht gut aus, ist kurz- und nicht langweilig, versiert in Szene gesetzt, aber unter seiner Hochglanzfassade eben doch „nur“ ein herkömmlicher Erotikfilm neueren Datums, der sich dieser Tatsache leider nicht immer bewusst ist. Doch Schwamm drüber. Denn „HOTEL DESIRE“ gestaltet sich immerhin interessant genug, dass man sich am Ende nicht über vergeudete 38 Minuten Lebenszeit ärgert, was den Film auch für genrefremde, aber aufgeschlossene Filmfreunde goutierbar macht. Doch es sei hiermit noch einmal ausdrücklich davor gewarnt, zu viel zu erwarten. Ganz wie im echten Leben also.

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Fazit: 170.000 Euro für eine kurze, schnelle Nummer? Das geht zwar deutlich günstiger, aber auch weitaus billiger.


Zusatzbemerkung: Der Film ist ab jetzt über Capelight Pictures im Handel auf DVD und Blu-ray erhältlich. Neben dem Haupt(kurz-)film in DD 5.1. (Deutsch mit zuschaltbaren dt. und engl. Untertiteln) warten noch ein Audiokommentar, Interviews, ein Kurzfilm von Sergej Moya und Kinotrailer auf dem Silberling. Zwei Wendecover mit alternativem Postermotiv runden das Gesamtpaket stimmig ab.


Eine Rezension von Stefan Rackow
(13. Mai 2012)
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Daten zum Film
Hotel Desire Deutschland 2011
Regie Sergej Moya Drehbuch Sergej Moya
Produktion Von Fiessbach Film / teamWorx Television & Film Kamera Armin Franzen
Darsteller Saralisa Volm, Clemens Schick, Jan Gregor Kremp, Herbert Knaup, Frederick Lau, Palina Rojinski, Trystan Wyn Puetter
Länge ca. 38 Minuten FSK ab 16 Jahren
Filmmusik Stefan Maria Schneider
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