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Phoenix the Warrior

Phoenix the Warrior

Ein Film von Robert Hayes

Zumindest von Zeit zu Zeit fragt sich wohl jeder, wie einen die Leute aus seinem Freundeskreis wirklich einschätzen: Nerd, Perverser, kranker Freak? Insofern war es schon sehr aufschlussreich, als um 21:00 Uhr das Telefon läutete, ich mehrmals meinen Namen hörte, hektisch wiederholt, und dann die Worte: „Ich hab nen schlechten Film gefunden, den musst du sehen...“
Wenige Tage darauf versammelte sich eine kleine Gruppe andächtig vor meinem PC, um sich an Phoenix the Warrior zu erfreuen.

Die Zukunft, liebe Männer, sieht für uns düster aus. Eine bakteriologische Massenvernichtungswaffe rottet fast die gesamte Menschheit aus, und die Herren der Schöpfung sind besonders anfällig. Insofern gibt es bald nur noch bessere Hälften, die sich dann in postapokalyptischen Wüsten rumtreiben – wieso Städte etc. kaputt sind, hab ich nicht mehr recht in Erinnerung, hat wohl was mit dem Budget zu tun. Als Anführerin der Damen etabliert sich schon bald die so genannte Ehrwürdige Mutter, welche durch nicht näher erläuterte Gen-Experimente noch immer Kinder zur Welt bringen kann – vielleicht hängt es mit den seltsamen Schläuchen in ihrem Gesicht zusammen.

Jene, die sich der Mutter widersetzen, werden gnadenlos gejagt, so zumindest eine Stimme aus dem Off. Und tatsächlich wird die rebellische (und, wie übrigens alle Frauen in diesem Film, leichtbekleidete) Brenda halbherzig durch die Steppe gehetzt, bis sie von der Kriegerin Phoenix gerettet wird. Die tou
ghe Amazone führt Brenda zu ihrem Versteck, und spätestens hier wird die Zielgruppenorientierung klar: in einen Hauch von Nichts gehüllte Damen tanzen abwechselnd unter Wasserfällen und in der Wüstensonne. Dass sich kein tieferer Sinn dahinter verbirgt, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Dann erfahren wir auch endlich, was die Ehrwürdige Mutter eigentlich gegen Brenda hat: die Gute ist schwanger, und zwar mit einem Knaben. Das Monopol auf Männer – ein paar scheint es doch noch zu geben – ist in Gefahr. Außerdem könnte der noch ungeborene Knabe die Ehrwürdige Mutter, die laut DVD-Hülle übrigens Bitch heißt, unsterblich machen. Fragt mich bitte nur nicht wie.

Nun, das Kind kommt auf die Welt und wird auf den Namen Skyler getauft.Kurz darauf zeigt sich allerdings, dass der Unterschlupf von Phoenix so geheim nicht war: Die Vasallen der Ehrwürdigen Mutter finden ihre Opponenten scheinbar problemlos. Einige Amazonen schießen in die Luft, andere fallen tot zu Boden, Phoenix und Brenda fliehen nebst Kind und verstecken sich die nächsten paar Jahre hinter einem Felsen.

Da der Film irgendwie weitergehen muss, beschließen die Beiden durch die „Badlands“ nach... irgendwo... zu reisen, weil sie dort vor den Angriffen der Ehrwürdigen Mutter sicher sind. Das hätte ihnen auch nicht früher einfallen können. Auf dem Weg dorthin treffen unsere Heldinnen auf einen der letzten Männer. Damit wird der Film dann auch richtig schockierend: der freundliche Herr wird vollkommen auf sein Geschlechtsteil reduziert, er ist für die lüsternen Amazonen kaum mehr als ein Stück Fleisch. Irgendwer sollte sich einmal gegen solche Diskriminierung in Filmen einsetzen, ich möchte mich ausdrücklich davon distanzieren. Im Ernst: Hätte man nicht lieber nochmal tanzende, halbnackte Frauen zeigen können, statt solchem Sexismus?

Einige Unterbrechungen später reist das Trio - der Samenspender bleibt natürlich nicht zurück - durch die Badlands, die eigentlich ähnlich billig aussehen wie die restliche Szenerie. Dort finden sie einige Leichen, die offensichtlich vor dem Fernseher gestorben sind – da war der Film wohl wirklich schlecht. Die Auflösung folgt sogleich, Spannung darf ja nicht aufkommen: es handelt sich nicht um Tote, sondern nur um Leute, die so tun als ob. Die Fernseher werden von diesen Verbündeten der Ehrwürdigen Mutter kultisch verehrt, das Fernsehprogramm dient als Bibel-Ersatz. Amen wurde kurzerhand durch „Programm-Schluss“ ersetzt, Brenda und Co. sollen zu Ehren der British Airways live geopfert werden. Das liest sich vielleicht jetzt etwas seltsam, hat aber seine Richtigkeit: solch hanebüchenen Blödsinn könnte ich mir nicht ausdenken.

Das Ende ist dann weder überraschend, noch spannend: ein paar verwirrend geschnittene Kämpfe, die finale Konfrontation mit der Ehrwürdigen Mutter und eine halbnackte Frau, die dem Sonnenuntergang entgegen reitet. Was will Mann mehr? Naja, vielleicht noch Handlung, aber was solls.

Fazit: Die Schauspielerinnen (Männer gibt’s ja kaum) sind mäßig begabt, der Plot blöde, das Szenario ausgelutscht und vielleicht sogar etwas billiger umgesetzt als sonst – außer Wellblechhütten steht dort fast nichts rum. Eben Mad Max für Leute sehr weit unter der Armutsgrenze. Wenn man sich nicht total für halbnackte Amazonen begeistern kann, ist man hier falsch. Und selbst dann ist man mit manch anderen Filmen oder Serien besser beraten, und sei es nur die zwanzigste Wiederholung vom Xena-Musical.

Eine Rezension von Peter L.
(09. August 2009)
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Daten zum Film
Phoenix the Warrior USA 1988
(Phoenix the Warrior)
Regie Robert Hayes Drehbuch Robert Hayes u. Dan Rotblatt
Produktion Peter Yuval
Darsteller Kathleen Kinmont, Sheila Howard, Peggy McIntaggart
Länge 85:35 FSK ab 18
Kommentare zu dieser Kritik
Genzel TEAM sagte am 09.08.2009 um 19:35 Uhr

Ui. Die Videoabende in Genzel Manor scheinen ihre Spuren bei dir zu hinterlassen: Du rückst ja in den 36 Kammern des Trash schneller vor als alle anderen Eleven zusammen.

Unnötig zu erwähnen, daß ich um eine Vorführung zum Zwecke der wissenschaftlichen Begutachtung bitte.

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