Filmkritiken - von Independent bis Hollywood
 
2006 Filmkritiken | 10464 Personen | 3323 Kommentare  
 
Bitte wählen Sie

Email

Passwort


Passwort vergessen

> Neu anmelden


Auch interessant



Die Eiskönigin - Völlig unverfroren
von Chris Buck, Jennifer Lee




Meist gelesen¹

1. 
Cannibal Holocaust (Nackt und Zerfleischt)  

2. 
Spider-Man 3  

3. 
Martyrs  

4. 
Nackt unter Kannibalen  

5. 
Momo  

6. 
Oase der Zombies  

7. 
Rambo - First Blood  

8. 
Klassen Feind  

9. 
Once Upon a Time... in Hollywood  

10. 
Die Klosterschülerinnen  
¹ gilt für den aktuellen Monat

Casinos im Film
  FILMSUCHE
  Sie sind hier: Filmkritiken > Michael Patrick King > Sex And The City - Der Film
Sex And The City - Der Film RSS 1.0


Sex And The City - Der Film

Sex And The City - Der Film

Ein Film von Michael Patrick King

Vier Jahre sind in der Realität eine nicht unbeträchtliche Zeit, in der Fiktion können sie dagegen so schnell vorbei sein, dass man es weder ihren Charakteren noch ihrer Welt anmerkt. Sofern man sich nicht eine DVD mit sämtlichen sechs „Sex And The City“-Staffeln gekauft hat, scheint es eine unmessbar lange Zeit, seit man die vier Freundinnen Carrie (Sarah Jessica Parker), Charlotte (Kristin Davis), Miranda (Cynthia Nixon) und Samantha (Kim Cattrall) dienstäglich beim Spazieren durch New Yorks Avenues begleitet hat. Plötzlich sah man sie nicht mehr. Jede der Mitvierzigerinnen hatte ihren Topf auf den Deckel gefunden – welche Abenteuer wären jetzt noch zu erzählen gewesen? Aber wie bei fast allen Erfolgsgeschichten dachte, hoffte man unterschwellig stets – na, irgendwann kommen sie sicher wieder zurück, dann wohl ins Kino. Man hatte ja Spaß mit diesen facettenreichen Persönchen gehabt, Erfolgsfrauen im Beruf, berufliche Sucherinnen im Privatleben. Nun, nach vier Jahren und zahlreichen Spekulationen hält im Kinosaal das Dienstagsgefühl vergangener Tage Einzug.

Das Geschehen beginnt auch im Film vier Jahre nach der letzten Serienepisode. Alles, wie gehabt: Ex-Vogue-Kolumnisten und Jetzt-Schriftstellerin Carrie ist immer noch mit Big (Chris Noth), dem erfolgreichen Geschäftsmann, Galeristin Charlotte mit dem liebenden, warmherzigen, jüdischen Harry und Miranda mit dem Vorbildvater Steve zusammen und sogar die einstmals, nun, nennen wir es in Bezug auf Männer sehr a
ktive Samantha ist ihrem Schauspieler Smith Jerrod treu geblieben und seine Managerin geworden. Ein erster erleichtertes Ausatmen: Puh, wenigstens hat man in den vier Jahren, so scheint es, nichts Interessantes verpasst, wenn man kurz außer Acht lässt, dass Charlotte und ihr Mann ein süßes chinesisches Mädchen mit dem Namen Lily adoptiert haben. Für alle diejenigen, die schändlicherweise die Serien verpasst haben, lässt der Anfang in beachtlichem Tempo und großer Informationsdichte die Bilanz von sechs Staffeln Revue passieren. Jetzt zurücklehnen, entspannen, die Uhr vom Arm nehmen und die Bilder des Kameramanns John Thomas, die ihm besser als jemals zuvor gelungen sind, genießen. In absehbarer Zeit wird man nicht so leicht einen Film zu Gesicht bekommen, der dem Auge mehr (Farbe) bietet als diesen.
Sex And The City - Der FilmSex And The City - Der FilmSex And The City - Der Film

So, wie jede Serienfolge ein Hauptthema hatte, könnte man über „Sex And The City – Der Film“ das Motto – Vertrauen und Verzeihen schreiben. Vier Jahre haben sich zwar keinesfalls auf das Äußere der Frauen ausgewirkt, aber auf ihre Einstellung, ihre Lebensanschauung. Etwas nachdenklicher sind sie geworden, sind sich bewusst, dass Vergangenheit Vergangenheit ist, die Zukunft aber doch ein anderes Ding. Ab und zu werden vergangene Liebschaften und Episoden (Serien-Eingeweihte vor!) erwähnt, aber eine unsichtbare, subtile Trennwand zwischen Serie und Kinofilm meint man ausfindig machen zu können. Der Übergang von einem auf das andere Medium gelingt, ohne den Serienkenner ganz durstig zu lassen, den Neuling in der Materie aber auch für sich gewinnend.

Das liebgewonnene Personal, Carries schwuler Freund Stanford, der Styleexperte Anthony und weitere lassen sich ihren, wenn auch kurzen Auftritt nicht nehmen. Ein einziges neues Gesicht wird eingeführt: Carries Assistentin Louise aus St. Louis oder wie Carrie sie später nennt „Saint Louise aus St. Louis“ (das Namensspiel ist unnachahmlich, wie der Film überhaupt ein hohes Niveau an derartigen sprachlichen Finessen besitzt), gespielt von Jennifer Hopkins, Oscargewinnerin des vergangenen Jahrs für Dreamgirls. Ihre Rolle, die einer von ihrem Freund verlassenen, computerkundigen, jungen Frau, die kein Geld für eine echte Louis (Achtung, Namensspiel!) Vuitton hat und sich die Modeklassiker in einem Geschäft leihen muss, ist von seltener Liebenswürdigkeit und Wärme und zeigt das ganze Talent der in einem Casting als Sängerin entdecken 27jährigen.
Sex And The City - Der FilmSex And The City - Der FilmSex And The City - Der Film

Was war noch mal das Detail, das alle so sehr am Film interessiert hat? Ob Carrie endlich ihren Mr. Big, der, wie wir feststellen, eigentlich John James Preston (eine Hommage des Regisseurs Michael Patrick King an sein Idol, den Filmemacher Preston Sturges) heißt, heiraten wird? In einer der schönsten Szenen des Films liegen sie im Bett und Carrie liest in einem Buch die „Schönsten Liebesbriefe berühmter Männer“. Voltaire ist darunter, Lord Byron, Keats, Beethoven. Sein Brief an die „Unsterbliche Geliebte“, der mit den Worten schließt: Ewig dein, Ewig mein, Ewig uns. Dann fragt sie Big, warum er ihr nie solche Briefe geschrieben hätte. Er antwortet: Das ist eben nicht meine Sache. Mr. Big, der Schwarm der Frauen vor und hinter dem Fernsehbildschirm, vier Jahre später wird aus Mr. Big – John James Preston, ein Mann mit Schwächen und Qualitäten, nicht größer als das Leben selbst. Das hat mit der Frage nach der Heirat nichts zu tun, aber alles muss nun auch nicht verraten werden. Eine Verlobung gibt es jedenfalls, genau genommen sogar zweimal.

Auch die anderen Freundinnen halten so ihre Überraschungen und Sehenswürdigkeiten bereit in einem Kinofilm, der durch seine Abgerundetheit, seine Liebe für das Detail und für das herrliche Spiel mit Motiven besticht. Und der bisweilen gar nicht so hollywoodmäßig daherkommt, weil er dafür viel zu intellektuell und kreativ ist. Dafür spricht schon seine beachtliche Länge von zwei Stunden fünfzehn Minuten, die wie im Flug vergehen, denn sie werden nicht einfach nur runtererzählt, sondern mit Nuancen und filmischen Feinheiten angereichert. Am Ende sind die vier Freundinnen zusammen, laufen durch das nächtliche New York und sehen zwanzig Jahre jüngere Frauen, die vor einer Diskothek stehen und auf den Einlass warten. Sie lachen und scherzen, über sich und sie. Über die Zeit, die sie von ihnen trennt. Die so viel schneller vergeht als im wirklichen Leben.

Eine Rezension von Michael Kaufmann
(22. Mai 2008)
    Sex And The City - Der Film bei ebay.de ersteigern


Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

Daten zum Film
Sex And The City - Der Film USA 2008
(Sex And The City - The Movie)
Regie Michael Patrick King Drehbuch Michael Patrick King
Produktion Michael Patrick King, Sarah Jessica Parker, Darren Starr Kamera John Thomas
Darsteller Sarah Jessica Parker, Kristin Davis, Kim Cattrall, Cynthia Nixon
Länge 135 min FSK
http://www.sexandthecitymovie.org/
Filmmusik Aaron Zigman
Kommentare zu dieser Kritik

Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

 

Impressum 




 
 
www.jeichi.com | CD-Kritiken | www.filmempfehlung.com
Horrorfilm News | Der Webvideo Markt | Kino Trailer
 
Sedo - Domains kaufen und verkaufen etracker® Web-Controlling statt Logfile-Analyse