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Todes-Date

Todes-Date

Ein Film von Matthew Hastings

Kanada – Land of the Free, Land of the Mounties. Und Aliens gibt’s auch noch. Eben jene verkleiden sich liebend gerne als männermordende Blondinen, um sich auf der Erde - also Kanada – fortzupflanzen. Jagdrevier ist in diesem Falle ein College. Als der Erstsemester Luke (optisch gefährlich nahe an Josh Hartnett dran: Corey Sevier) friedlich seine Wäsche waschen will, lernt er sobald die knackige Medizinstudentin Lilly mit ihrer nicht minder knackigen Cousine Constance kennen. Dass die beiden Damen recht aggressiv mit ihrer Sexualität umgehen, erfreut Luke so lange, bis er sich heimlich im Wandschrank der beiden versteckt und sie nackt sieht. Aber nicht die knackigen weiblichen Formen sind sein Problem, sondern eher die Tentakel; verständlich. Schon bald gibt’s die ersten Todesfälle, und Luke plus Kollegen müssen sich ihrem Trieb und ihrer Haut erwehren.

Klingt also nach Trash, ist es auch. Aber was für ein herrliches Stück Unsinn! Die besondere Stärke des Films: er nimmt sich zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise ernst. Der Spaß steht im Vordergrund, ohne das der Film ins lächerliche abdriftet. Man lacht mit dem Film, nicht über ihn. Die Story taugt natürlich streng genommen keinen Schuss Pulver. Die Charaktere sind an sich Klischees, die Handlung eigentlich überraschungsarm, und wirklich spannend wird das ganze auch nie. Schon nach wenigen Minuten wird klar, wer Aliens sind (zugegebenermaßen, gerade in diesem Bereich schlägt der Film doch ein bis zwei Hake
n), und auch die Überlebenden sind ziemlich eindeutig festgelegt. Dazu rumpelt das Drehbuch sequenzweise absolut vor sich hin, als ob es keinen Morgen gäbe. Symptomatisch dafür ist die Szene, als Luke von zwei Aliens (oder auch nicht? Das lasse ich mal offen.) in einem geschlossenen Raum gestellt wird, und sich nach einem Schnitt wieder in Freiheit und alleine wiederfindet. Auch die Beziehung der Protagonisten untereinander bleibt zu großen Teilen im Dunkeln. Lukes Beziehung zu einer Polizistin läuft als Handlungsstrang vollkommen ins Leere, und auch warum der männliche Ermittler ausgerechnet ihn so derart verdächtigt wird alles andere als deutlich. Aber das sind größtenteils Kleinigkeiten, denn der Rest dieses Alienknallers ist einfach schwer unterhaltsam.
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Der Film bringt es immerhin auf eine Laufzeit von knapp 90 Minuten, was für einen Spielfilm zwar nicht viel ist, aber mal ehrlich: eine derart simple und straighte Geschichte wie „Hübsche Aliens wollen junge Männer töten“ auf diese Länge zu strecken kann auch voll in die Hose gehen.

Aber hier sei Entwarnung gegeben. Das Team um Regisseur Matthew Hastings schafft es durch einen irren Verve bei der Inszenierung, die 90 Minuten zu großen Teilen rasend schnell vorüber gehen zu lassen. Und die Inszenierung hat nicht nur eben jenen Verve, sondern, und gerade das ist bemerkenswert für einen Film diesen Kalibers und dieser Preisklasse (laut imdb knapp 5 Millionen US $), auch richtig viel Kreativität und Intelligenz. Absolut sehenswert ist die Montage im letzten Drittel des Films, als Hastings immer wieder zwischen einer romantisch inszenierten Liebesszene (bzw. kruder Handlungsexposition) und einer etwas psychopathischen „Folterszene“ hin und her schneidet. Folterszene klingt aber hundertmal schlimmer als es ist, der Film ist ab 16 freigegeben, und bis auf einen abgebrochenen Arm und ein paar CGI-Alien-Effekte ist das ganze mehr als harmlos von der Gewaltseite her. Nur ist diese Parallelmontage einfach ein herrliches Beispiel für effektives Filmemachen. Großer Pluspunkt ist auch noch die sehr kreative Kameraarbeit, die nicht nur gerne aus der Ich-Perspektive filmt, sondern auch mal aus dem Inneren eines Mundes, zwischen den Kiefern hindurch – sieht man selten!

Zuletzt sei natürlich noch die angenehme Selbstironie erläutert. Der Film weiß nunmal dass er Trash ist, immerhin geht es um hübsche Frauen, Aliens, Studenten und Tentakel. Aber wie der Film damit spielt ist einfach wunderbar anzuschauen. Die Mädels sind natürlich größtenteils absolute Blickfänger in knappen Kleidern, die Kamera hangelt sich bereitwillig an ihren Körpern entlang, und wenn dann natürlich zwei Blondinen mit Lollis im Mund den „armen“ Luke im Waschraum „überfallen“, dann ist das nicht großes Kino, aber großer Spaß an der Freude. Der Plotpoint, dass die Aliens Kälte brauchen, dient nicht nur dazu die Handlung in Kanada anzusiedeln, sondern auch die Damen im Winter in dünnen Klamotten und Eis lutschend rumlaufen zu lassen. Unterstützt wird das ganze noch von einer herrlich zotigen deutschen Synchronisation mit Knallern wie „Möchtest du mal lecken? Schmeckt nach Melonen.“, die dem Niveau des Films in etwa angemessen ist.
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Man könnte natürlich noch über den Subtext des Filmes schreiben. Darüber, dass die Jungs in dem Film unter Penetrationsangst leiden, da die nach eigenen Aussagen „oral fixierten“ Mädels ihnen beim Liebesakt ein Tentakel in den Mund einführen. Oder darüber, dass scheinbar (das bleibt etwas nebulös) im Fortpflanzungszyklus der Aliens die Männer den Nachwuchs austragen. Oder darüber, dass das ganze ein emanzipatorischer Film ist, die Frauen hier das Sagen über ihren Körper haben, die Männer zu Werkzeugen verkommen (und beim Akt immer unten liegen) sowie hier auch mal die Jungs die verletzten Gefühle zeigen. Könnte man. Oder man feiert bei dem Film einfach ab, wenn ein blondes Alien Wodka von einer Rinne leckt um letztendlich die Barkeeperin mit Zunge zu küssen – und nimmt den augenzwinkernden Subtext kopfnickend zur Kennrnis.

Natürlich, die Motive der Aliens sind sehr holprig, die ganze Geschichte macht wenig Sinn. Aber vielleicht erfährt man dazu noch mehr, denn:
Es gibt einen zweiten Teil! Demnächst auch hier, in diesem Theater! Zur Sternchenwertung sei noch angemerkt, dass 5 Sterne schon sehr hoch gegriffen sind. Aber ich hatte einfach einen Riesenspaß, und gerade durch die kreative Inszenierung und Kameraarbeit ist der Film lohnenswert, wenn man denn ein Faible für Trash hat.

Die DVD aus dem Hause Columbia (nur Teil 1) oder Sony (Best of Hollywood – erm, ja) im Doppelpack mit Teil 2 ist ebenso schnörkellos und empfehlenswert wie der Film. Angemessenes Bild und Ton in Englisch und Deutsch, paar wenige Extras, aber immerhin für wenig Geld zu haben sowie ungeschnitten.

Und das schönste ist eigentlich: so etwas wird in Kanada scheinbar mit öffentlichen Geldern gefördert. Wunderbar!

Eine Rezension von David Kugler
(06. März 2009)
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Daten zum Film
Todes-Date Kanada 2004
(Decoys)
Regie Matthew Hastings Drehbuch Tom Berry, Matthew Hastings
Produktion Feature Film Fund, Space: The Imagination Station Kamera Daniel Villeneuve
Darsteller Corey Sevier, Stefanie von Pfetten, Kim Poirier, Elias Toufexis, Meghan Ory, Richard Burgi, Nicole Eggert
Länge 92:06 FSK 16
Filmmusik Daryl Bennett, Jim Guttridge
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