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Richard III

Richard III

Ein Film von Laurence Olivier

Der Name Laurence Olivier wird wohl untrennbar mit dem Namen William Shakespeare verbunden bleiben. So mag es auch wenig überraschen, dass ihm sein Durchbruch als Schauspieler 1935 mit einer Bühnenaufführung von ROMEO & JULIA gelang. Auch auf der Leinwand war er in mehreren Shakespeare-Adaptionen in der Titelrolle zu sehen und führte bei drei Produktionen sogar selbst Regie, so 1944 bei HENRY V und 1948 bei HAMLET. RICHARD III war seine dritte Regiearbeit und auch hier ließ es sich Olivier nicht nehmen die Titelrolle zu spielen. Eine geplante Verfilmung von Macbeth mit seiner damaligen Frau Vivien Leigh in der Rolle der Lady Macbeth wurde nicht realisiert.

RICHARD III, angesiedelt vor dem historischen Hintergrund der Rosenkriege im England des 15. Jahrhunderts, erzählt vom Aufstieg und Fall Richards, des Herzogs von Gloucester und Bruders König Eduards IV.. Richard, von Geburt an hässlich und missgebildet, missgönnt seinen Mitmenschen jegliches Glück. Kaum hat sein Bruder als Eduard IV. den Thron Englands bestiegen, schon plant Richard dessen Platz einzunehmen. Um sein Ziel zu erreichen, schreckt er vor nichts zurück, nicht einmal vor Brudermord. Herz- und skrupellos, aber beständig und zielgerichtet spinnt er ein Netz von Verrat und Intrigen, das ihm letzten Endes für kurze Zeit die Königskrone einbringt.

Mit dem Stück RICHARD III verband Laurence Olivier bereits vor 1955 eine längere Geschichte. Zuvor hatte er Richard III 1944 schon einmal auf der Bühne des „Old Vic Theatre“ verkörpert. Seine Darstellung ist von Kritikern hoch gelobt worden. Vor diesem Hintergrund erscheint es nur konsequent, dass er sich bei seiner dritten Regiearbeit erneut mit Stoff auseinandersetzte. Obwohl RICHARD III bei seiner Erschienung 1956 kein finanzieller Erfolg beschieden war und auch der erste Shakespeare-Film Oliviers war, der nicht für einen Oscar nominiert worden ist, gilt er heutzutage als seine beste Leinwandadaption eines Shakespearestücks. Wie gut er sich im Stoff zurechtfand, zeigt sein leicht anmutender Umgang mit dem Originaltext, an dem er, Ideen von Colley Cibber und David Garrick aufgreifend, eine Reihe von Veränderungen und Kürzungen vornahm, um das Stück einem weiteren Publikum zugängig zu machen. So teilte er die Verführung der Lady Anne zugunsten eines flüssigeren und schnelleren Erzählrhythmus in zwei Hälften und strich die Rolle der Königin Margaret komplett heraus. Vollständig aufgeführt, kann eine Adaption des Stücks ohne weiteres vier Stunden einnehmen. Oliviers Film erstreckt sich immerhin noch über nahezu drei Stunden und erfordert seitens der Zuschauer nicht nur viel Sitzfleisch sondern auch ein hohes Maß an Geduld.
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Trotz angestrebter Publikumsfreundlichkeit entpuppt sich RICHARD III als äußerst sperrige und mühsam zu schauende Verfilmung. Sie wirkt - ganz im Unterschied zu Oliviers Adaptionen von HENRY V und HAMLET - mehr wie ein abgefilmtes Theaterstück als wie ein Film. So gut wie alle Dialoge sind dem Originaltext entnommen, was das Zuhören der Gespräche zu einem Akt der Anstrengung macht, vor allem, wenn man sich den Film in der englischen Originalfassung ansieht. Oliviers eindringliche und intensive Darstellung verschlingt dabei dermaßen viel Raum, dass die anderen Schauspieler kaum zur Geltung kommen. Aufgrund der zwar annehmbaren, aber wenig eindrucksvollen Synchronisation ist das Anschauen der Originalfassung jedoch anzuraten. Der Vergleich mit der deutschen Synchronisation offenbart schnell, wie sehr doch ein Film von der Präsenz der Darsteller, aber vor allem auch von der Rezitation des Shakespeare-Textes getragen werden kann. Daher ist dieser Film wohl eher etwas für Shakespeare-Interessierte und Theaterbegeisterte.

Eine Rezension von Anja Mikolajek
(25. November 2007)
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Daten zum Film
Richard III UK 1955
Regie Laurence Olivier Drehbuch
Produktion
Darsteller Laurence Olivier
Länge 159 Minuten FSK 12
Der Film ist am 10. Oktober 2007 bei Concorde auf DVD erschienen. Die DVD enthält sowohl eine deutsche als auch eine englische Sprachfassung.
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