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Brotherhood

Brotherhood

Ein Film von Je-gyu Kang

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea ist ein beliebtes Thema im koreanischen Kino. Nicht umsonst hielt das Grenzdrama „Joint Securety Area“ eine lange Zeit den Besucherrekord in seiner Heimat. Auch „Brotherhood“ befasst sich mit der Spaltung des Landes, nur dass man hier zu den Wurzeln zurückkehrt und anhand des Koreakrieges zeigt, wie es zu dieser Misere kam.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Brüder Jin-Tae und Jin-Seok. Beide führen ein idyllisches Leben. Während Jin-Seok brav zur Schule geht und einer verheißungsvollen Zukunft gegenüber steht, fristet Jin-Tae ein einfaches Leben als Schumacher und verdient somit einen guten Unterhalt für die Familie. Alles verläuft reibungslos, doch bald wird die schon fast kitschige Idylle zerstört. Durch den Krieg sind sie nämlich gezwungen das Land zu verlassen. So packen sie Kind und Kegel zusammen und wollen so schnell es geht fliehen. Beim Bahnhof angekommen, werden die zwei Brüder jedoch zwangsrekrutiert und müssen somit an die Front. Nach dem theatralischen Abschied von Mutter und Freundin, ist den zwei Jungs ganz schön bange, denn an der Front werden sie schon bald mit den Schrecken des Krieges konfrontiert. Während sich Jin-Tae zum Kriegshelden mausert, kommt Jin-Seok nicht damit klar, dass sein Bruder langsam gefallen am Töten findet. Doch Jin-Tae begründet seine Kriegseuphorie damit, dass Jin-Seok wieder nach Hause gehen kann, wenn er motiviert weiterkämpft. So drohen die zwei Brüder, genau so wie das Land, aus
einanderzudriften.

Was einem hier geboten wird ist ein teils packender und emotionaler, aber auch pathetischer und übertriebener Antikriegsfilm aus Südkorea.
Der Anfang mag sehr überzogen und kitschig wirken, da das Leben vor dem Krieg als so wunderbar schön und einfach dargestellt wird. Auch der Abschied von der Familie wurde überaus melodramatisch gelöst, doch gewinnt der Film mit der Dauer gehörig an Fahrt. Als die Brüder das erste Mal den Schrecken des Krieges erblicken, wird permanent ein unbehagliches Mittendrin - Gefühl erzeugt, welches den Zuschauer von der ersten Minute an fesselt. Überall explodieren Granaten, Schüsse sausen über den Köpfen der Soldaten vorbei, und die Verwundeten schreien aus aller Kraft und lechzen nach dem Tod. So können die Kriegszenen mit ihrem Realismus auch teilweise mit Spielbergs „Soldat James Ryan“ mithalten. Beachtlich ist auch, dass man gerade mal das Budget von 15 Millionen Dollar zu Verfügung hatte und trotzdem solche bombastischen Schlachten auf die Leinwand zauberte. Lediglich die CGI Effekte wirken recht armselig und billig. Den Angriff mit den Kampffliegern hätte man sich wirklich sparen können.
BrotherhoodBrotherhoodBrotherhood
Man spürt die ganze Laufzeit hindurch einen deftigen Grad an Pathos. Für das Südkoreanische Kino ist das nicht unbedingt was Neues, doch könnte der Film mit seiner plakativen Art den ein oder anderen auf die Nerven gehen. Auch das symbolische Auseinanderdriften der zwei Brüder, welches eine banale Metapher auf die Spaltung des Landes ist, wirkt nicht wirklich subtil. Man darf aber nicht vergessen, dass immerhin auch das Reich des Kapitalismus kritisiert wird. Denn wenn am Anfang die Rollen noch klar definiert sind, (Südkoreaner killen die bösen Kommunisten) entpuppt sich im laufe der Zeit ein gewagter Hang zur Selbstkritik. Plötzlich werden wahllos Leute zusammengetrommelt und des Kommunismus beschwichtigt, damit an ihnen ein Exempel statuiert werden kann. Für solche Szenen hat Regisseure Bai Long Lob verdient, denn immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass eine asiatische Mainstreamproduktion mit Kritik an der eigenen Nation aufkommt. Nichtsdestotrotz überwiegt der Patriotismus aber um längen. Das wird schon beim Originaltitel klar, denn Taegugki ist immerhin der Name der Südkoreanischen Flagge.

Gegen Ende hin wird’s dann auch noch ein bisschen unglaubwürdig, die Wandlung von Jin-Tae ist sehr unausgegoren und nicht nachvollziehbar. Jin-Seok Wandlung ist hingegen um einiges verständlicher, weil er mit der Zeit vom gebrechlichen Schüler zu einem robusten Soldaten wird. In der letzten halben Stunde wird dann nur mehr noch herumgeschrieen und gekämpft, bis keiner mehr stehen kann. Auch hier wirkt das Geschehen recht platt und eindimensional. Ebenfalls hätte man auch die Titanic typische Erzählweise weglassen können. Es wäre nicht unbedingt notwendig gewesen mit der Gegenwart anzufangen. Die Geschichte rund um den alten Jin-Seok wirkt überflüssig und hätte man sich auch getrost sparen können.

Bei der ganzen Kritik darf man aber nicht vergessen, dass der Film es an einigen Stellen schafft, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Denn vielleicht gerade wegen der banalen Geschichte, kommt das Drama wirklich gut zu Geltung. Als die zwei Brüder wieder zurück in ihre zerbombte Heimat kamen und ihre Familie wieder fanden, die in Angst und Schrecken vor der Exekution lebten, weiß der Film auf seiner emotionalen Ebene zu überzeugen. Ebenfalls gefallen die Schauspieler, denn ob Jin-Seok oder Jin-Tae, beide sind sehr glaubwürdig. Jin-Seok als der kleine Bruder, der schon recht bald nach der Sinnhaftigkeit des Krieges fragt, und Jin-Tae als der Beschützer der Familie und der Held seiner Einheit. Auch fungiert er als Aushängeschild für den Krieg. Durch seine außerordentlichen Taten wird er oft für plakative Kriegspropaganda missbraucht.

So bekommt man schlussendlich einen soliden Film über den Krieg, welcher ein Land entzwei riss. Hätte man an ein paar Stellen weniger auf Pathos und übertriebenen Emotionen gesetzt, wäre ein sehr ansehnliches Werk entstanden. So muss man sich „nur“ mit einem grundsoliden Film vergnügen, der ein weiteres Mal gekonnt die Leiden des Krieges reflektiert.

Eine Rezension von Stefan Hornig
(24. Februar 2007)
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Daten zum Film
Brotherhood Südkorea 2004
(Taegukgi)
Regie Je-gyu Kang Drehbuch Je-gyu Kang
Produktion
Darsteller Jang Dong-kun, Won Bin, Lee Eun-ju, Kong Hyeong-jin, Choi Min-sik, Jeon Jae-hyeong
Länge 148 min FSK ab 16
http://www.brotherhood-der-film.de/
Die DVD ist nicht komplett synchronisiert, im Mittelteil wird ca für eine halbe Stunde die Sprache automatisch auf koreanisch gestellt.
Kommentare zu dieser Kritik
Zombie-mower TEAM sagte am 30.12.2007 um 15:47 Uhr

"Brotherhood" alias "Taegukgi empfand ich als DIE koreanische Antwort auf "Soldat James Ryan" und halte zähle den Film zu den besten Anti-Kriegsfilmen. Dabei ist dieses 15 Mio. teuere Machwerk definitiv mehr als ein kritischer Beitrag zu einer blutigen Epoche der (koreanischen) Zeitgeschichte.
Wie Spielbergs Opus Magnum eröffnet auch "Taegukgi" mit den Überbleibseln und Nachwirkungen eines tragischen Krieges. Während in dem Prolog von "James Ryan" der gefallenen Soldaten auf dem pompösen Friedhof gedacht wird, fragen sich in dem koreanischen Parallelwerk zu Beginn koreanische Archäologen wessen Gebeine sie bei ihrer Ausgrabungsstätte freigelegt haben. Es geht nun darum die Identität des Soldaten zu lösen und nur durch einen zufälligen Anruf erfährt ein mutmaßlicher Angehöriger von dem Fund. Dieser, bereits im Greisenalter, beschließt nun, sich persönlich zur Ausgrabungsstätte zu begeben, doch als er seine Schuhe auspackt wird der Zuschauer über die Erinnerungen des Alten in das Jahr 1950 transferiert.
Natürlich ist der Film vollgepackt mit Emotionen, nicht zuletzt dadurch, dass es die koreanische Filmtradition und Filmgeschichte es so konsequent hält. Aber als überzogenen Patriotismus würde ich dies nicht bezeichnen. Der Zuseher wird gleich zu Beginn eingeführt in die besondere Beziehung der Geschwister, die vom älteren Bruder getragen wird. Jin-Tae ist nach dem Verscheiden des Vaters praktisch dessen Ersatz und übernimmt seitdem die große Verantwortung die Familie zu ernähren. Jin-Seok dagegen ist der lebensfrohe, talentierte aber lebensunerfahrene jüngere Bruder. Erst durch seine Naivität geraten beide Jünglinge in die Armee (per Zwangsrekrutierung) und nicht durch eine persönliche Entscheidung, entstanden aus patriotischer Verpflichtung zum Vaterland oder jugendlichem Draufgängertum.

Dies bildet den Ausgangspunkt des zwischengeschwisterlichen Konflikts, denn Jin-Tae muss seine Rolle als Ernährer der Familie aufgeben, um dem Bruder in dieser gefährlichen Lebenssituation beistehen. Jin-Tae nimmt seine Verpflichtung sehr ernst und umso tragischer sind die Ereignisse am Bahnhof, als beide Brüder der überforderten, hilfsbedürftigen Mutter und Jin-Taes Verlobten durch die militärischen Rekrutierern entrissen werden. Das ist in meinen Augen kein falscher Pathos, der den Zuschauer manipulieren und diesem die Sympathie zu den Protagonisten aufzwingen will. Dieses Ereignis leitet eine Familientragödie ein wie es ihrer im Krieg tausendfach gibt.

Jin-Tae und Jin-Seok geraten nun an die vorderste Front und haben bereits am zweiten Tag intensiven Feindkontakt. Auch hier wird deutlich wie Regisseur Je-gyu Kang, der auch das Drehbuchs schrieb, sich an Spielbergs Antikriegsfilm anlehnt. Die Kriegsszenen sind unerbittlich, hart und voller Blut und Dreck. Die Kamera vermag den Zuschauer tatsächlich mitten ins Kriegsgeschehen zu werfen und das Gefühl der Rekruten nachzuempfinden.
Dass sich der Regisseur/Drehbuchautor entschieden hat, zu Beginn viel Zeit für das Einführen der Charaktere zu nehmen, macht sich in diesem Abschnitt verdient. Man wird nicht zu einem Beobachter der nun folgenden Kriegsgewalt, sondern ein unmittelbarer Mitbeteiligter und Mitstreiter unter den Soldaten.
Orientierungslos irren diese rum auf dem Schlachtfeld als die Bomben, bzw. das Artilleriefeuer riesige Kraterlöcher in deren Verteidigungsanlagen reißt. Menschen werden vor den Augen ihrer Kameraden in Fetzen zerrissen, praktisch wahllos fallen die Soldaten wie die Fliegen. Die beiden Protagonisten werden auch Zeuge typischer Kriegstragödien, als sie z.B. das feindliche Lager stürmen sollen sie dabei jeden der ihnen begegnet als Feind behandeln und sofort töten. Gerade treffen die Brüder auf einen gemeinsamen Freund aus dem Dorf, der von den Nordkoreanern zwangsrekrutiert wurde (eben genauso wie die beiden Brüder, nur von der anderen Regierung und politischen Ideologie) und deswegen nur rein zufällig sich auf der "falschen Seite" befindet.
Der jüngere Jin-Seok, für den Freundschaft und Familie die höchsten Werte einnehmen, ist aber von Jin-Taes kritikloser Übernahme der Kriegsideologie und dessen vereinfachte Gut-Böse-Perspektive bestürzt. Schlägt doch der ältere Bruder gerade vor, die Gefangene schlichtweg zu erschießen.
Jin-Seok distanziert sich darauf von ihm und beginnt nun selbst zu denken und seinen eigenen Weg zu gehen. Jin-Taes Handlungsmotive sind aber nicht ausschließlich sadistischer Destruktionstrieb, sondern der Versuch sich in der Situation zu bewähren und den Respekt und die Beachtung der Vorgesetzten zu erlangen. Nur so kann er sein von Anfang an gesetztes Ziel erreichen, nämlich den Bruder aus dieser Hölle herauszubekommen und ihn nach Hause schicken lassen.
Wenn man die Handlungslinie von "James Ryan" auf das wesentliche reduziert, so ist der Film im Grunde die Rettungsaktion eines Soldaten, weil dieser nach dem Fallen seiner Brüder der letzte Sohn und Abkömmling des Ryan-Clans ist, der die Familie Ryan weiterführen kann. Eben genau dasselbe Motiv lässt sich bei "Taegukgi" wiederfinden. Doch während Spielberg seine Charaktere zu Sympathieträgern mit weißer Weste macht, also die "Guten" ganz klar ausweist, macht es Je-gyu Kang seinen Zuschauern nicht so einfach. Jin-Tae mutiert trotz edler, selbstloser Ziele zu einer gnadenlos-meuchelenden Tötungsmaschine, aber auch nur, weil er das der schnellste Weg ist, seinen Bruder von dem Krieg fernzuhalten.
Jin-Seok, der zuerst die Moral in seiner Truppe zu erhalten versucht, sieht schon bald ein, dass dies in dem ganzen Wahnsinn unmöglich ist, zieht sich von der Gemeinschaft (und somit auch von seinem Bruder) zurück und geht schlussendlich auch über Leichen, um am Leben zu bleiben.

Die Motive von "Brooderhood" sind von großer Vielfalt: da ist in erster Linie die Familie, der harte Alltag und das Leiden, sowohl im Kriegsgeschehen, als auch in der zivilen Bevölkerung. Diese Motive werden in "Taegukgi" in guter Balance gehalten und sind im Plot stimmungsvoll einverarbeitet. Die emotionalen und moralischen Konflikte, ebenso wie der Verfall in perverse Kriegsideologie und egoistischen, unreflektierten Selbsterhaltungstrieb werden von den beiden Hauptdarstellern Dong-Kun Jang (der Tom Hanks von Korea) und Bin Won (ein klassischer New-Comer im Filmbusiness) hervorragend dargebracht. Die ganze Verpackung der Geschichte ist unleugbar emotional und erschütternd, verfällt aber nicht in Pathos. Dieser kommt dennoch vor, nämlich in dem aufgezwungenen Patriotismus und Kriegspropaganda, die von der Regierung und dem Militär an der Bevölkerung angewandt wird.
"Brooderhood" ist ein sehr feinfühlig und aufwendig gemachter Antikriegsfilm, der neben der Sinnlosigkeit des Krieges auch zu zeigen versucht, dass die sich bekämpfenden Soldaten im Grunde einem Volk zugehören und ein Gut-und-Böse gar nicht existiert. Zudem punktet die koreanische Version mit einer sehr hohen narrativen Bandbreite und ist im Resultat mehr als ein Kriegsfilm - nämlich eine mitreißende Familientragödie in schon epischem Ausmaß.
Bei den Special Effects habe ich nichts zu meckern gehabt, ganz im Gegenteil fand ich diese sehr überzeugend und effektiv (und vor allem nicht als Selbstzweck zur Demonstration des fetten Budgets). Was noch positiv ausfällt ist die beeindruckende Kameraführung und die tollen Bilder. Zum Glück halten die Koreaner nicht viel von dem Hollywood-Trend der Wackelkamera (siehe „Bourne-Triologie“ oder die Schlachtenszenen des über alle Maße gelobten „Herr der Ringe“) und setzen dieses Kamerastilmittel sehr sporadisch ein, da wo die Darstellung des Chaos und Orientierungslosigkeit einen Sinn ergibt.
Doch die technischen Aspekte kann man in so ziemlich keinen der modernen koreanischen Filmen anprangern.
Einziger Beanstandungspunkt in diesem aufwendigen Kriegsdrama ist das etwas komprimierte und zu hastig erzählte Schlusskapitel, in welchem die Handlungsstränge sich etwas überschlagen und dadurch an Authentizität einbüßen. Dies erscheint dann verständlich, wenn man bedenkt, dass die Recherche und Ausarbeitung des Drehbuchs (ebenfalls von Je-gyu Kang) über 2,5 Jahren gedauert hat.
Dennoch kann man den Schluss nicht als misslungen bezeichnen, schafft er doch die tragische Geschichte zu einem befriedigenden Ende zu bringen.

"Taegukgi" war in Korea ein Riesen Erfolg: mit über 11 Mio. Kinobesuchern im Produktionsland hat den Film praktisch jeder 4. Koreaner gesehen und diesen damit zu dem erfolgreichsten koreanischen Film gemacht.
Die 2-DVD-Limited-Edition-Stealthbox von e-m-s (für 15 € schon zu haben) ist übrigens durchgehend synchronisiert und mit sehr vielen aufschlussreichen Extras versetzt, inklusive Booklet.

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