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Das Ende der Götter

Das Ende der Götter

Ein Film von Giulio Base

33 Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung:
In seinem Herrscherpalast auf Capri verfolgt Kaiser Tiberius (Max von Sydow), Oberhaupt des Römischen Reiches, mit wachsender Beunruhigung, wie sich immer wieder der Himmel verdunkelt und das Land von einer Reihe von Erdbeben erschüttert wird. Er vermutet, dass diese Ereignisse mit den Entwicklungen in der Präfektur von Judäa in Verbindung stehen könnten, wo der Prozess gegen einen jüdischen Prediger für Aufsehen gesorgt hat. Der Statthalter von Jerusalem, Pontius Pilatus (Hristo Shopov), hat den jungen Jesus von Nazareth, den sogenannten „König der Juden“, wegen Majestätsbeleidigung und Ketzerei zum Tode verurteilt und durch Kreuzigung hinrichten lassen. Die Anhänger des Jesus glauben, dass er von den Toten auferstanden sei und bald eine neue Zeit des Friedens bringen würde.
Des Rätsels Lösung hofft Kaiser Tiberius aus einer gründlichen Untersuchung vor Ort ziehen zu können, welche sein Getreuer Titus Valerius Taurus (Daniele Liotti) durchführen soll, der gerade in Gallien die römische Herrschaft erfolgreich gegen Barbarenstämme verteidigt. So wird Titus aus der Provinz zurückbeordert und macht sich schließlich mit dem Barbaren Brixus (Dolph Lundgren), der nach dem Sieg der Römer über seinen Stamm nun dem charismatischen Feldherrn seine Treue geschworen hat, auf den Weg nach Jerusalem. Dort angekommen findet Titus sich schnell in einem Netz aus Lügen und Intrigen wieder, dessen Verstrickungen sogar sein Leben bedrohen. Auf der Suche nach dem Leichnam, der die Geschichte von der angeblichen Wiederauferstehung des Jesus widerlegen und damit das Glaubensgefüge der römischen Herrschaft bestätigen würde, entwickelt sich die von seinem Kaiser auferlegte Mission zu einer sehr persönlichen Reise in seine ganz eigene Glaubenswelt. Daran nicht zuletzt beteiligt ist auch die junge Einheimische Tabitha (Monica Cruz), die den römischen Gesandten vor ungeahnte emotionale Herausforderungen stellt...

Schon 1986 nahm sich Damiano Damiani der Geschichte an und bannte seine Version der Ereignisse um das Wirken des Jesus von Nazareth auf die Leinwand. Ähnlich wie Damianis Vorlage, in der Harvey Keitel als Pontius Pilatus und Keith Carradine als Titus mitwirkten, setzt auch Giulio Bases Neufassung auf einen gesunden Mix aus (zumindest international) weniger bekannten Gesichtern und altbewährten Darstellern. Dabei handelt es sich um ein quasi doppelt überarbeitetes Werk, da Bases Film nicht einfach nur ein Remake des Originals ist, sondern vielmehr eine für den Kinobetrieb adaptierte Kurzfassung einer mehr als 3 Stunden langen italienisch-spanischen TV-Produktion. Das radikale Zusammenraffen der Ereignisse macht sich dabei deutlich bemerkbar, denn vor allem zu Beginn wirkt Besas "L'INQUIESTA" unzusammenhängend und unübersichtlich. Es wird versucht, alle notwendigen Erzählstränge gleichberechtigt in den ersten Minuten zu etablieren. Das Ergebnis ist jedoch eher verwirrend als erhellend, entfaltet sich hier doch eine eher zerstückelt wirkende Ansammlung von Einzelepisoden, deren Zusammenhang teilweise erst deutlich später offenbart wird, während einige dieser Begebenheiten sogar gänzlich überflüssig im Hinblick auf die sich schließlich entfaltende Geschichte erscheinen.

Von dieser Zerrissenheit betroffen sind auch die Figuren, die mitunter in ihrer Entwicklung etwas sprunghaft voranschreiten. So ist beispielsweise Brixus’ uneingeschränkte Loyalität zu Titus, der noch kurze Zeit zuvor sein erbitterter Gegner war und nun sein aufgezwungener Herr ist, nicht ganz nachvollziehbar. Am ausgeprägtesten wird die abgehackte Erzählweise jedoch im Falle von Tabithas Vater deutlich, der den Großteil des Filmes aus tiefster Überzeugung für seinen Glauben und seine Überzeugungen einsteht und ebenso vehement gegen jegliches Aufgreifen sozialer Tabus wettert, und doch zum Ende der Geschichte hin eine 180°-Wendung vollzieht. Der Grund für diesen plötzlichen Sinneswandel mag in dem unvorhergesehenen Ereignis liegen, welches seine persönliche Welt erschüttert (Genaueres soll um des ungespoilerten Sehvergnügen Willens nicht verraten werden); doch da er zuvor beinahe karikaturistisch als kaltherzig, als von solch drastischen Einschnitten geradezu unberührbar dargestellt wurde, wirkt seine Läuterung leider sehr aufgesetzt. Eine drehbuchtechnische Glanzleistung wäre dies also nicht. In beiden Fällen kann man aber genauso gut annehmen, dass für das Verständnis dieser Figurenentwicklungen wichtige Schritte der Schere des Cutters zum Opfer gefallen sind, was wiederum dem Schnitt-Department eine mäßigere Bewertung zukommen lassen würde.

Umso erstaunlicher, dass sich der Kern der Geschichte doch in nachvollziehbarer Weise präsentiert, das Wesentliche flüssig und mitreißend erzählt wird. Denn im Grunde sind die meisten Parts der Geschichte eher schmückendes Beiwerk. Hier zeigt sich die Parallele zwischen der Filmstruktur als solcher und der darin enthaltenen Story. Genauso wie der Zuschauer seine Aufmerksamkeit bereitwillig von den Rahmenhandlungen weglenkt und sich vollends dem Herz der Erzählung widmet, lernt Titus auf seiner kaiserlichen Mission schnell, sich nicht durch das aus Lügen und Intrigen errichtete Blendwerk von der vor ihm liegenden persönlichen Erfahrung ablenken zu lassen. Dramatisch ausgedrückt beginnt er seine Aufgabe als sachliche, fast schon skeptische Untersuchung und beendet sie mit einem Gefühl persönlicher Erleuchtung. Insofern ist es auch zu verschmerzen, dass nicht jede Einzelheit korrekt widergegeben wird (soweit historisch überhaupt belegbar). Und auch wenn im Falle von "DAS ENDE DER GÖTTER" wie schon bei Mel Gibsons "Die Passion Christi" kritische Stimmen laut wurden, welche die Darstellung der Ereignisse und vor allem der jüdischen Mitwirkenden als verunglimpfend verurteilten, bleibt zu betonen, dass es sich hier eben nicht wirklich um einen christlichen Film, sondern vielmehr um eine ganz persönliche Geschichte handelt, in der die faktische Darstellung hinter das individuelle Empfinden zurücktritt. So ist Bases Neuauflage von Damianis Original trotz seiner erzähltechnischen Mängel vor allem eines: die zutiefst menschliche Erfahrung einer Reise in die so schwer fassbare individuelle Gefühls- und Glaubenswelt.

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(22. Mai 2008)
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Daten zum Film
Das Ende der Götter Italien / Spanien / USA / Bulgarien 2006
(L'Inchiesta / The Inquiry)
Regie Giulio Base Drehbuch Andrea Porporati
Produktion Fulvio Lucisano, Carla Capotondi u.a. Kamera Giovanni Galasso
Darsteller Daniele Liotti, Mónica Cruz, Dolph Lundgren, Hristo Shopov, F. Murray Abraham, Christo Jivkov, Emanuela Ponzano, Max von Sydow, Ornella Muti
Länge ca. 108 Min. FSK 16
http://www.finalinquirydvd.com/
Filmmusik Andrea Morricone

Rezensions-DVD freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Eurovideo.
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