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von Michael Radford




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Die Meute

Die Meute

Ein Film von Franck Richard

Es fließt mal wieder Blut in Frankreich – und verantwortlich dafür ist weder der Geist von Robespierre noch dessen untote Jakobiner-Schergen.

In „La Meute“, dem Regiedebüt von Franck Richard, sorgt im dortigen Hinterland ein ganz anderes Grauen für Terror und exzessives Vergießen des roten Lebenssaftes.

Die toughe Charlotte (Émilie Dequenne, „Pakt der Wölfe“) fährt in ihrem heruntergekommenen Auto ziellos und nur mit einem Haufen CDs auf ihrem Armaturenbrett bestückt über die nebeligen, abgelegenen Landstraßen.
Als ihr schließlich eine hartnäckige Gruppe offensichtlich notgeiler Biker penetrant auf den hübschen Pelz rückt, entschließt sie sich spontan, den Anhalter Max (Benjamin Biolay, „Stella“) mit an Bord der Reise zu nehmen.

Ein böser Fehler, wie sich bald herausstellt.
Die MeuteDie MeuteDie Meute
An der schmuddeligen Raststätte „La Spack“, die von der gleichnamigen Besitzerin (Yolande Moreau, „Die fabelhafte Welt der Amélie“) betrieben wird, wollen die Beiden eigentlich nur kurz eine Pause einlegen, bis dort auf einmal die Biker von zuvor ebenfalls aufschlagen, für einigen Ärger sorgen und sich erst durch Waffengewalt wieder verjagen lassen.

Und dann geschieht etwas Mysteriöses: Max, der nur für einen Moment die Toilette aufsuchen wollte, verschwindet plötzlich spurlos.
Niemand weiß, wo er stecken könnte und auch der seltsame Sheriff Chinaski (Philippe Nahon, „Menschenfeind“, „High Tension“) macht auf Charlotte zunächst nicht den Eindruck eines kompetenten Helfers bei ihrer Suche.

In der Nacht kehrt die entschlossene Frau noch einmal zum „La Spack“ zurück, um in einen irgendwie verdächtig versteckten Raum einzudringen.
Aus dem Hinterhalt wird sie von der Wirtin niedergeschlagen und findet sich nach ihrem Erwachen in einem Käfig wieder.

Schon bald wird ihr klar, wo ihr frischer Traumprinz abgeblieben ist und was ihre Gefangenschaft zu bedeuten hat:
Der Boden braucht frisches Blut…

Wer es geschafft hat, allen Szenenfotos und anderen Inhaltsangaben zu „La Meute“ hartnäckig aus dem Weg zu gehen, der sei dann auch mit dem Begriff Spoiler vor dem Weiterlesen dieser Rezension gewarnt.

Wie Newcomer Richard bereits im Vorfeld hat verlauten lassen, schwebte ihm mit seinem Werk der Versuch vor, das aktuelle Folterkino um „Saw“ (2004) und „Hostel“ (2005), sowie deren größtenteils armselige Nachahmer, hinter sich zu lassen und das Horrorgenre wieder ein wenig zu seinen klassischen Wurzeln zurück zu führen.

Tatsächlich ist der vorliegende Schocker, wie sich recht zügig herausstellt, trotz einiger fieser Szenen - während denen die Figuren dann auch buchstäbliche Torturen erleiden müssen - kein Torture Porn im eigentlichen Sinne.
Die betreffenden Momente dienen hier als Ausgangspunkt, um den Film schließlich auf eine andere, übersinnliche Ebene zu bringen.
Die MeuteDie MeuteDie Meute
In Wirklichkeit ist Max nämlich der Sohn von La Spack, welche ihren Opfern (neben Charlotte sitzt noch ein Asiate mit Cowboyhut in der Nachbarzelle, der lediglich die Worte „John Wayne“ über die Lippen bringt) durch eine eigentümliche Anlage Blut abzapft, um mit diesem bei Vollmond eine unterirdisch lebende Horde von Ghulen zur Fütterung anzulocken.

Woher diese Wesen stammen und wie sie in Verbindung mit der Wirtin stehen, soll dann an dieser Stelle nicht mehr verraten werden – eine spektakuläre Auflösung sollte man als Zuschauer allerdings nicht gerade erwarten.

Obwohl „La Meute“ qualitativ keineswegs mit französischen Genre-Glanzstücken wie „Inside“ (2007) oder „Martyrs“ (2008) mithalten kann, hat er doch einiges mehr zu bieten als stumpfere Vertreter, wie „Frontier(s)“ (2007) und „Die Horde“ (2009) oder natürlich der erbärmlich schlechte „Mutants“ (2009).

In diesem Zusammenhang wäre zum Beispiel der pechschwarze Humor zu nennen, der im Prinzip das gesamte Werk durchzieht, dieses aber durch die geschickte Balance nie zu einer reinen Splatterkomödie à la Geschichten aus der Gruft mutieren lässt.

Bei der Gewaltdarstellung hält sich Franck Richard übrigens vergleichsweise zurück, weshalb Gorehounds wohl auch eher müde abwinken werden, während die vorhandenen drei bis vier blutrünstigen Szenen normalen Kinogängern vielleicht schon zu viel des Guten sein könnten.

Sehr angenehm fallen bei dem gerade mal 81-minütigen Streifen zudem die schmutzigen und farblich ausgewaschenen Bilder von Kameramann Laurent Barès auf, die Erinnerungen an so manchen Horrorklassiker aus den 80ern hervorrufen.
Auch der bedrohlich pulsierende Soundtrack von Unsane-Gitarrist Chris Spencer und Einstürzende Neubauten-Keyboarder Ari Benjamin Meyers trägt maßgeblich zu der ordentlich dichten Atmosphäre im Stile der genannten Ära bei.

Recht offensichtlich scheint bei „La Meute“ John Carpenter eines von Richards großen Vorbildern gewesen zu sein: Zum einen hätte die kantige Heldin fast aus einem Film des „Die Klapperschlange“-Schöpfers entsprungen sein können und zum anderen erinnert die gesamte Gruselmär in Sachen Stimmung und Aufbau tatsächlich öfters an dessen „The Fog - Nebel des Grauens“ (1980).

Auch wenn er dem Meister dabei noch nicht wirklich das Wasser hat reichen können, stimmt die Tendenz und der junge Regisseur empfiehlt sich mit seinem Erstling als ein inszenatorisches Talent, auf dessen weitere Projekte man in Zukunft mit Sicherheit gespannt sein darf.
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Abschließend lohnt sich übrigens auch ein Blick auf die Art, wie hier die angesprochenen Torture Porns sogar persifliert werden, wenn am Ende des Films Gewalt und Sex in einer Szene fast gleichsetzt sind.

Franck Richard spielt nicht zuletzt in solchen Momenten mit den Erwartungshaltungen des Publikums und führt es gelegentlich an der Nase herum – die Frage ist nur, ob man so etwas dann mag oder lieber bierernste Horrorkost ohne dezentes Augenzwinkern goutieren möchte.

Fazit: Sehr kurzweilig und trotz bekannter Versatzstücke irgendwie...anders.

Eine Rezension von Bastian G.
(26. August 2010)
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Daten zum Film
Die Meute Frankreich, Belgien 2010
(La Meute)
Regie Franck Richard Drehbuch Franck Richard
Produktion La Fabrique 2, BE-FILMS, Motion Investment Group Kamera Laurent Barès
Darsteller Émilie Dequenne, Yolande Moreau, Eric Godon, Philippe Nahon, Benjamin Biolay, Brice Fournier
Länge 81 min. FSK SPIO/JK
Filmmusik Chris Spencer & Ari Benjamin Meyers
Der Film ist im Rahmen des "Fantasy-Filmfests 2010" in der französischen OV mit deutschen Untertiteln vorgeführt worden. Die ungekürzte deutsche DVD aus dem Hause "Sunfilm" ist ab dem 05.05.2011 im Verleih erhältlich. Eine gekürzte, FSK-geprüfte Version erscheint am 16.06.2011 im Handel. Als Extras enthalten beide Fassungen ein knapp 40-minütiges "Making Of" und Trailer des Films.
Kommentare zu dieser Kritik
Micha Barbarez sagte am 29.08.2010 um 11:59 Uhr

sehr schön auch der Rocker, der beim Ghoulangriff weiter in sein Buch schaut sowie das böse Ende...
Bastian TEAM sagte am 30.08.2010 um 01:29 Uhr

Das Ende hat mir (im Gegensatz zu wohl so einigen anderen Zuschauern) auch sehr gefallen, weil es - wie eigentlich der ganze Film - recht charmant mit den Klischee-Erwartungen spielt;-)
Grinska sagte am 31.05.2011 um 22:22 Uhr

Hab den gerade aus der Videothek ausgeliehen.
Trockener Humor,was mir meistens schon gefällt. Fand den auch gar nicht schlecht, bis die komischen Zombie-Ghul-Viecher aus der Erde kamen....Dann hab ich schon überlegt ob ich den wieder ausmach. Naja, habs bis zum Ende durchgezogen, Ende war okay.
room 101 sagte am 11.08.2011 um 23:16 Uhr

Bisher der schwächste Vertreter der "Horror-Nouvelle-Vague"(Wobei ich allerdings erwähnen muß daß ich "Mutants" und "Die Horde" noch nicht gesehen habe!)was aber nicht heißen soll das der Film nun schlecht ist,im Gegenteil.
Recht amüsant und unterhaltsam,aber die Begeisterung hält sich halt doch stark in Grenzen.

Ganz nettes,kurzweiliges,und vor allem eigenwilliges Regiedebüt,welches mich etwas was dessen Optik und die mancher Szenen anbelangt,an die älteren Werke Raimi´s und Romero´s erinnert.


PS: Was ich mich ja bloß gefragt hab,ist,ob es eigentlich die Absicht des Regiesseurs gewesen war bzw. dessen schräger Humor (?) bei der einen Szene in der Hütte gegen Ende des Films,den dicken glatzköpfigen Biker das Taschenbüchlein(Um was für einen Roman handelt es sich denn dabei eigentlich,schaut ein bisschen nach "CARRIE" aus !??)in welches er ganz vertieft ist und ihn zu Tränen rührt VERKEHRT HERUM halten zu lassen,oder es sich dabei einfach nur um einen gewöhnlichen Filmfehler handelt ? :D


Shikantaza sagte am 12.08.2011 um 10:04 Uhr

@room 101: ich glaube nicht das es sich um einen Filmfehler handelt da der Film ansonsten so sorgfältig gemacht ist.

Ich hab "Die Meute" als Eröffnugnsfilm vom letztjährigen Fantasy-Film-Fest gesehen und fand ihn so mittelprächtig, wobei ich ihn nach einigem Nachdenken ein bisschen besser fand weil ich meine Erwartungshaltung an das Werk mal aus dem Spiel ließ.

Mir gefiel es sehr gut wie die Viecher/Ghouls aus der Erde kamen weil es dem Film einen netten Twist gibt.

Atmosphäre, Darsteller, verwaschene Farben und Musik fand ich auch sehr gut.

Ein bisschen stört mich die Langsamkeit und das teilweise nicht sehr originelle Drehbuch.

Kein Vergleich zu den klassischen Frankreich-Knallern wie "Martyrs" oder "Haute Tension" aber auf alle Fälle besser als "Mutants" oder "La Horde"...
room 101 sagte am 12.08.2011 um 19:26 Uhr

@Shikantaza: Ja keine Ahnung kann schon sein,bin mir da allerdings jetzt nicht so sicher ob das nun nen Filmfehler ist oder nicht,auf jeden Fall nicht schlecht die Szene!

Mir persönlich hat ja u.a. die eine Sequenz durch den Wald am besten gefallen,wenn die ruppige Mrs.Spack sich zusammen mit ihrem gehilfigem Filius auf den Weg zur Fütterung-durch den dunklen Wald macht,dabei trällernd und mit der Funzel hinten gemütlich auf dem Karren hockt,irgendwie putzig die Szene.

Aber natürlich ist auch die Szene wenn das erste mal die Ghoul-Kreaturen auftauchen(buchstäblich auftauchen^^)und die Handlung des Films eine plötzliche Wende nimmt,ebenfalls sehr gelungen.
Selbige ähneln äußerlich wie ich finde,doch etwas dem Cenobiten "Chatterer" ! ;)

Ohne wie bereits erwähnt die anderen Beiden bisher gesehen zu haben,nehm ich doch aber auch mal stark an das "Die Meute" besser ist...


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