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Kampf der Titanen

Kampf der Titanen

Ein Film von Desmond Davis

Mit ihren mächtigen, rachsüchtigen und einfallsreichen Göttern, ihren stattlichen Helden, ihren Monstern und Fabelwesen sind die Mythen, Sagen und Legenden der griechischen Antike eine wahre Fundgrube an Inspirationen für Geschichtenerzähler. In der Geschichte des Films profitierten schon viele Werke von der Ideenvielfalt dieser Jahrtausende alten Mythologie, und auch Drehbuchautor Beverley Cross fand hier den Ansatz für eine Erzählung, die unter der Regie von Desmond Davis und der Mitwirkung von Produzent und Tricktechnik-Legende Ray Harryhausen schließlich bildhafte Gestalt annahm und 1982 dem Kinopublikum eine wahrhaft erstaunliche Welt eröffnen sollte: Der "KAMPF DER TITANEN" war eröffnet. Oder doch nicht?

„Ich bin unsichtbar! Siehst du das nicht?“

Göttervater Zeus (Laurence Olivier) hat eine Auge auf die schöne Prinzessin Danae (Vida Taylor) geworfen und begibt sich eines Nachts in geheimer Gestalt zu ihr. Aus der heimlichen Verbindung geht ein Kind hervor, und Danaes Vater, König Akrisios von Argos (Donald Houston), sieht sich aufs Furchtbarste hintergangen. Der Betrogene wirft seine Tochter samt Baby in die See, um sein Königreich von der Schande dieses Betrugs reinzuwaschen. Doch der mächtige Zeus befiehlt dem Meeresgott Poseidon (Jack Gwillim), Mutter und Kind zu schützen, während sein Kraken, ein monströses Seeungeheuer, Argos vernichtet.
Auch Calibos (Neil McCarthy), der Sohn der Göttin Thetis (Maggie Smith), hat den Zorn des Zeus auf sich gezogen und wird von ihm in ein abstoßendes Ungeheuer verwandelt. Eigentlich sollte er die Prinzessin Andromeda (Judi Bowker) zur Frau nehmen, doch daran ist nun nicht mehr zu denken. Thetis will dies aber nicht hinnehmen und richtet ihr rachsüchtiges Auge auf Perseus (Harry Hamlin), der inzwischen unbehelligt zu einem stattlichen Mann herangewachsen ist. Sie schickt ihn in das gefahrvolle Königreich von Joppe, wo Andromeda lebt, die Thetis’ Sohn versprochen war und nun auf Wirken der erzürnten Göttin unter einem schrecklichen Zauberbann steht. Perseus stürzt sich mutig in den Kampf, doch die Befreiung der Prinzessin ist nur der Beginn seines Abenteuers, denn Thetis fordert das Leben der Andromeda oder schwört, Joppe mithilfe des Kraken dem Erdboden gleichzumachen. Perseus bleibt nur wenig Zeit, einen Weg zu finden, die Bestie zu besiegen, und die Suche nach Hilfe führt ihn in die gefährlichsten Gegenden der bekannten Welt.

Altbekannte und weniger berühmte Monster warten auf dieser Reise, die den Zuschauer einmal quer durch die Mythologie des alten Griechenlands führt. "KAMPF DER TITANEN" erzählt von der Perseus-Legende, jongliert dabei jedoch munter mit den Elementen der antiken Geschichte, lässt einzelne Episoden aus, dichtet neue hinzu und verwebt den Perseus-Mythos mit Motiven der griechischen Sagen-Welt, die eigentlich nicht in dieses Konstrukt gehört. Die seltsamste Neuerung in der ursprünglichen Mythologie ist dabei der Titel des Films, denn Titanen – jene mächtigen Wesen, die vor den olympischen Göttern die Erde regierten, bis sie von ihren eigenen Nachkommen gestürzt wurden – gibt es hier gar nicht, geschweige denn dass sie gegeneinander in die Schlacht ziehen. Aber gut, nennen wir es künstlerische Freiheit. Dem Zuschauer fällt diese Zusammenwürfelung im Normalfall ohnehin nicht auf, dafür jedoch etwas Anderes, das bedauerlicherweise umso schwerer wiegt. Denn der Film ist so ambitioniert, nimmt seine verzwickte Geschichte derart ernst, dass er darüber etwas Wesentliches vergisst, nämlich dem schönen Schein Leben einzuhauchen. Die Hochglanzfassade aus wunderbaren Landschaftsaufnahmen, der auch sonst sehr ansprechenden Kameraführung, einer Ansammlung bis in die Nebenrollen möglichst gut aussehender Darsteller sowie bekannten Gesichtern aus der ersten Hollywood-Riege sorgt zwar für einen optisch hochwertigen Hochgenuss – aber leider auch nicht mehr.

Umso erstaunlicher (oder auch nicht), dass es gerade die nicht so raffiniert auf Vollkommenheit getrimmten Elemente sind, die für den größten Unterhaltungswert verantwortlich zeichnen. Die mit Charakter gestalteten und mit so herrlich altmodischer Stop-Motion-Technik animierten Figuren eines Ray Harryhausen ("Sindbads siebente Reise") muss man als Cineast einfach lieben, waren sie doch meist die Seele und das Herz eines jeden Films, in denen sie aufgetreten sind. Und selbstverständlich lebt auch "KAMPF DER TITANEN" zu einem Großteil vom Charme des zweiköpfigen Hundes, der gigantischen Skorpione, des monströsen Kraken, des abscheulichen Calibos, der mechanischen Eule (die im Remake des Films immerhin für einen kurzen Augenblick als Gaststar glänzen darf), des geflügelten Pegasus und natürlich der schlangenköpfigen Medusa – Auch wenn der Einsatz der Stop Motion zu Beginn der 80er-Jahre schon fast überholt und aus heutiger Sicht zu diesem Zeitpunkt bereits antiquiert war. Trotzdem machen sie den Film zu etwas Besonderem, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass diese 113 Minuten den Schlusspunkt in Harryhausens Karriere als Designer und Erwecker von Stop-Motion-Monstern markierten.

So blicken wir heute fast ein wenig wehmütig auf den "KAMPF DER TITANEN" zurück, welcher uns angesichts seiner Mankos ohne Mitwirkung des Altmeisters wahrscheinlich kaum im Gedächtnis geblieben wäre, und denken betrübt darüber nach, welch großartige Chance hier vertan worden ist. Mit ein wenig mehr Spannung, Witz und Mut zur Übertreibung hätte man schon damals ein wahrhaft phantastisches Abenteuer schaffen und der Phantasie der Zuschauer ebensolche Schwingen verleihen können, wie sie der stattliche Pegasus sein Eigen nennt. So bleibt jedoch nur ein unnötig kompliziertes Story-Konstrukt mit im besten Fall bedeutungslosen, im schlimmsten Fall vollkommen sinnfreien Dialogen – siehe obig verewigtes Zitat – und einer schönen Oberfläche, deren Perfektion gottlob von den unvollkommenen, aber umso mehr von Leben erfüllten Animationen durchbrochen wird. Und es bleibt die erleichternde Gewissheit, dass Hollywood diese seltsam ungleichmäßig glänzende Perle seiner Geschichte noch nicht vergessen und 2010 einer Überarbeitung für würdig befunden hat, die endlich mit lautem Getöse und viel Tamtam das schuf, was 1981 noch fehlte: einen göttlich abgehobenen Fantasy-Spaß.


Auch interessant: "Zorn der Titanen"

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(23. März 2012)
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Daten zum Film
Kampf der Titanen USA 1981
(Clash of the Titans)
Regie Desmond Davis Drehbuch Beverley Cross
Produktion Ray Harryhausen, John Palmer, Charles H. Schneer (MGM) Kamera Ted Moore
Darsteller Harry Hamlin, Judi Bowker, Laurence Olivier, Neil McCarthy, Claire Bloom, Maggie Smith, Ursula Andress, Jack Gwillim, Susan Fleetwood, Pat Roach, Siân Phillips, Burgess Meredith, Donald Houston, Harry Jones, Flora Robson, Anna Manahan, Vida Taylor, Tim Pigott-Smith, Freda Jackson
Länge ca. 113 Min. FSK 12
http://www.warnervideo.com/clashofthetitans1981/
Filmmusik Laurence Rosenthal
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