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Silent Night, Deadly Night

Silent Night, Deadly Night

Ein Film von Charles E. Sellier Jr.

Liebe Kollegen!

Ich überweise Ihnen zur Gefährlichkeitsbegutachtung den 18-jährigen Billy, der mir nach seinem Mordzug am Weihnachtsabend zur Erstuntersuchung zugeteilt wurde. Hier mein Befund nach einer ersten Begutachtung.
Billy ist schwer traumatisiert. Die Wurzel dieses Traumas dürfte, wie so oft und eh allgemein bekannt, in der Kindheit liegen, als ihm sein durchgeknallter Opi die Wahrheit über den Weihnachtsmann erzählte. Wie mir, Ihnen und wohl auch dem damals 8-jährigen Billy bekannt ist, bringt der Weihnachtsmann den artigen Kindern Geschenke. Doch Billys Erzählungen zufolge, erklärte ihm sein Opa detailliert was Santa Claus mit unartigen Kindern macht. Diese würde nämlich bestraft (Der Aspekt der Bestrafung wird in Billys Biographie auch weiterhin eine wesentliche Rolle spielen).
Ein wirklich schwerwiegender Einschnitt in Billys psychische Gesundheit war auf jeden Fall der Tod seiner Eltern, der sich ausgerechnet am selben Tag ereignete, wie der Besuch bei Opa. Ein als Weihnachtsmann verkleideter Anhalter stoppte die Familie auf dem Heimweg und gab vor, Probleme mit seinem Auto zu haben, nur um sie dann bestialisch umzubringen. Aus Polizeiberichten geht hervor, dass der selbe Mann zuvor schon völlig unmotiviert einen Tankstellenbesitzer umgeballert hatte. Billy konnte rechtzeitig entkommen, musste aber die Tat beobachten.
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Genau hier orte ich den Beginn von Billys Trauma, oder besser gesagt seiner Traumata, denn es präsentierten sich mir nicht weniger als 3 Traumata, die sich aus den Ereignissen dieses Tages entwickelten (Ein viertes sollte später hinzukommen).

Das erste Trauma nenne ich das "Weihnachtsmanntrauma". Angedockt an die Geschichte des Großvaters hatte die Tatsache, dass der Mörder als Santa Claus verkleidet war, zu einer Grundangst des Kindes vor dem Weihnachtsmann geführt. Das zweite Trauma nenne ich das "Tittentrauma". Der Täter hatte nämlich noch genug Zeit der Mutter die Bluse aufzureißen, bevor er ihr den Hals durchschnitt (Dass er außerdem das Auto nicht entwendete und auch nichts was sich darin befand, lässt darauf schließen, dass der Täter eher spontan agierte). Das dritte Trauma ist das "Gewalttrauma", was sich wohl selbst erklärt.
Als Vollwaise verbrachte Billy seine verbleibende Kindheit und Jugend in einem streng katholischen Kinderheim und wir alle wissen was das heißt. Die gestrenge Mutter Oberin versuchte hier jahrelang, Billys traumabedingte Unregelmäßigkeiten im Sozialverhalten, die sie als "unartig" bezeichnete, mit Bestrafung zu korrigieren. So beobachtete er einmal zwei ältere Jugendliche beim Sex und wurde dafür mit dem Ledergürtel geschlagen. Hier sehe ich eine Verbindung zum früher grundgelegten und hier reinszenierten Tittentrauma, das Sex in Billys Gedanken für immer als unartig und bestrafungswürdig brandmarkte. Gewalt war ohnehin bestrafungswürdig und der Weihnachtsmann war die Person, die diese Bestrafung auszuführen hatte: Mit dieser sehr komplexen, starren und sehr stark verankerten Traumastruktur wurde Billy entlassen und begann im Alter von 18 Jahren als Lagerarbeiter in einem Supermarkt. Als er am Weihnachtstag vom Geschäftsführer gezwungen wurde, den Weihnachtsmann für die Kinder zu spielen, brachen die Prädispositionen hervor und Billy begann seinen Mordzug, den er selbst als gerechte Bestrafungsmission empfand.
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Zwei seiner Arbeitskollegen, die sich auf der Weihnachtsfeier zum Liebesspiel zurückgezogen hatten bis der Mann etwas zudringlich wurde, waren seine ersten Opfer, einhergehend mit dem Gewalt- und Tittentrauma. Die "Unartigkeiten" seiner anderen Kollegen konnten post mortem nicht mehr eruiert werden, doch Billy sah sie alle als bestrafungswürdig an. Er verließ in Folge den Supermarkt und setzte das Morden in der umliegenden Kleinstadt fort. Er enthauptete unter anderem zwei Rodler und spießte ein junges Mädchen auf dem Hirschgeweih einer Jagdtrophäe auf. Das sie kaum Bekleidung trug unterstreicht einmal mehr die starke Präsenz des Tittentraumas. Die Polizei wurde alarmiert, als sich die Berichte über einen Weihnachtsmann häuften, der mit einer Axt in der Hand durch die Gegend lief und ständig "Punish!" schrie.

Ich übergebe ihnen Billy zu weiterer eingehender Untersuchung. Ich bin mir bewußt, dass die ganze Geschichte wie ein richtig schlechter Slasherfilm mit reaktionären Untertönen klingt, aber wäre es tatsächlich ein Film würde darin noch einen junge Nonne vorkommen, die schon im Kinderheim Billys Probleme erkennt und die Methoden der Mutter Oberin kritisiert, aber immer überhört wird und Billy würde am Ende das Kinderheim wieder aufsuchen, um seine Peinigerin von früher zu strafen, hier von der Polizei erschossen werden und das Böse an ein anderes Kind für ein Sequel (oder vier) weiter zu geben.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Chris
Experte

Eine Rezension von Chris S.
(24. Dezember 2007)
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Daten zum Film
Silent Night, Deadly Night USA 1984
Regie Charles E. Sellier Jr. Drehbuch Michael Hickey
Produktion
Darsteller Robert Brian Wilson, Lilyan Chauvin, Gilmer McCormick, u.a.
Länge 85 min. FSK 16
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