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San Andreas

San Andreas

Ein Film von Brad Peyton


THE ROCK IN DER BRANDUNG


Der in echtem 3D gedrehte Katastrophenthriller „SAN ANDREAS“ könnte glatt als Ziehsohn des Master of Desaster Roland Emmerich [„2012“ [2009]) durchgehen: Ein großes Inferno lässt die Leinwand erbeben, und mittendrin steht überlebensgroß unser Hauptdarsteller, der sich wagemutig dem apokalyptischen Treiben entgegenstellt. Immer in letzter Minute springt unser Protagonist dem sicher geglaubten Tod doch noch einmal heldenhaft von der Schippe, während im Hintergrund in bester patriotischer Absicht die amerikanische Flagge im Winde weht. Was uns das sagen soll? Dass bei aller Tragik am Ende immer noch die Hoffnung bleibt. Der geneigte hiesige Kinogänger darf nun ruhigen Gewissens ein wenig mit den Augen rollen, da er freilich schon ahnt, wie die Leinwand in diesem Fall wieder beben wird: „SAN ANDREAS“ mit dem charismatischen Stiernacken Dwayne Johnson in der männlichen Hauptrolle ist ein brav nach Schema F gedrehter Actioner ohne große Innovationen, in dem effektemäßig enorm viel Schutt produziert wird. Doch wie laut und vorhersehbar der schablonenhafte Erdbebenthriller auch inszeniert sein mag – er ist trotz allem gewiss nicht ohne Reiz.


Rettungsflieger Ray (Dwayne Johnson) hat es nicht leicht. Zum einen flattern ihm just die Scheidungspapiere von seiner Noch-Ehefrau Emma (Carla Gugino) ins Haus, und zum anderen entschl
ießt sich auch noch die San-Andreas-Verwerfung, eines der schwersten jemals gemessenen Erdbeben auszulösen. An manchen Tagen geht auch alles den Bach runter. Mit einem Mal liegt also nicht nur das einst so heile Familienleben Rays in Trümmern, sondern auch halb San Francisco, und Ray hat schwer damit zu kämpfen, neben seinem eigenen auch das Leben seiner geliebten Familie zu retten.


Mehr muss man hier nicht wissen, und viel mehr wird man auch nicht erfahren, denn von der Story her bedient der Film Althergebrachtes, so dass große Überraschungen für den halbwegs geübten Kinogänger eher nicht an der Tagesordnung stehen werden. Stattdessen regiert das blanke CGI-Spektakel, welches Wolkenkratzer wie Kartenhäuser in sich zusammenstürzen oder Kreuzfahrtschiffe kurzerhand zu Spielbällen einer gigantischen Riesenwelle werden lässt. Kein Stein bleibt hier auf dem anderen, und der Kinosaal wird soundtechnisch zum Erdbebenzentrum, wenn der Tieftöner das letzte bisschen Staub aus den Boxen pustet. Keine Frage: Die Soundkulisse im entsprechend ausgestatteten Kinosaal potenziert den Schrecken, der den Menschen auf der Leinwand widerfährt, noch um ein Vielfaches. Gerade in den nicht unbedingt rar gesäten Zerstörungssequenzen, die mit ihren größtenteils digitalen Effekten durchweg überzeugen, wird eine sowohl bedrohliche wie auch beklemmende Atmosphäre kreiert, welche etwaige Story-Unzulänglichkeiten oder den anscheinend obligatorischen Patriotismus-Einschlag gen Ende zumindest für kurze Zeit gekonnt in den Boden rüttelt. Ungeschönt bricht sich die Katastrophe über 114 Minuten Bahn, und nur einer kann sie aufhalten: Dwayne „The Rock“ Johnson. Wobei...


Wir müssen hier natürlich zwischen zwei Katastrophen unterscheiden. Dem Erdbeben als solchen kann freilich auch ein Ex-Wrestler nichts Gravierendes entgegensetzen, selbst wenn Johnson im letzten Jahr ironischerweise noch einen Film über Legendenbildung vorgelegt hat. Hier ist der gute Dwayne, abgesehen von seiner enormen Physis, einfach nur ein stinknormaler Familienvater, der weiß, was er kann (Leben retten), und genau dies den Film über auch tut. Die für ihn maßgebende Katastrophe in der Katastrophe ist die gescheiterte Beziehung zu seiner Frau und die Erkenntnis, dass er als Vater nicht unfehlbar ist. Trotzdem versucht er angesichts der Zerstörung zu kitten, was noch zu kitten ist, und rettet aufopferungsvoll im Vorbeigehen noch einige Passanten vor dem sicheren Tod. Dass ansonsten eine bewusste Konzentrierung auf eine einzelne Familie und deren Schicksal stattfindet, während im Hintergrund tausende und abertausende Menschen ihr Leben verlieren, ist dem Genre geschuldet, und genau genommen darf man „SAN ANDREAS“ hieraus keinen Strick drehen. Sicherlich will dieser Film vorrangig unterhalten, verklärt angesichts der Katastrophe dieselbe aber nicht zur bloßen Attraktion, sondern lotet anhand Ray und Co. vielmehr das menschliche (Familien-)Drama inmitten einer Naturgewalt aus.


Was letzten Endes zählt, ist der Mensch respektive das, was er aus der Situation macht. Diese zugegeben einfache Botschaft transportiert der Film bis zu seinem leider stark amerikanisierten Ende recht ordentlich und lässt die Fahne der Hoffnung mehr als einmal zwischen Schuttbergen, kreischenden Menschenmassen und ohrenbetäubendem Lärm wehen. Netterweise sieht „SAN ANDREAS“ davon ab, den moralischen Zeigefinger zu schwingen, und zeigt vielmehr, was (familiärer) Zusammenhalt und Durchhaltevermögen auszurichten in der Lage sind, alles wohlweislich in ein leicht naives Story-Korsett gezwängt. Dass die Charakterentwicklung in Anbetracht dessen so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche ausfällt, schenken wir uns daher einfach – die reichlich Zündstoff bietende Vater-Tochter-Mutter-neuer Freund-Konstellation löst sich sowieso wie zu erwarten auf. Ebenso, dass die 3D-Umsetzung wegen der teils doch recht unruhigen Kamerabewegungen eher suboptimal ausfällt. Denn unterhaltsam und kurzweilig ist der solide inszenierte Katastrophen-Familiendrama-Thriller trotz so mancher Klischees allemal.


Fazit: Dwayne „The Rock“ Johnson rettet einmal mehr den Tag und lässt die zigfach wiedergekaute Story sowie altbekannte Versatzstücke des Films ein wenig vergessen. Nachhaltig erschüttern wird die Erdbebenkatastrophe „SAN ANDREAS“ die Filmwelt aber nicht.


Cover: © 2015 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Courtesy of Warner Bros. Pictures


Eine Rezension von Stefan Rackow
(27. Juni 2015)
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Daten zum Film
San Andreas USA 2015
Regie Brad Peyton Drehbuch Carlton Cuse Story Andre Fabrizio & Jeremy Passmore
Produktion Warner Bros. / Village Roadshow Pictures / New Line Cinema / Flynn Picture Company Kamera Steve Yedlin
Darsteller Dwayne "The Rock" Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Ioan Gruffudd, Archie Panjabi, Paul Giamatti, Hugo Johnstone-Burt, Art Parkinson, Will Yun Lee, Kylie Minogue, u.a.
Länge 114 Minuten FSK ab 12 Jahren
Filmmusik Andrew Lockington
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