Filmkritiken - von Independent bis Hollywood
 
1898 Filmkritiken | 10064 Personen | 3297 Kommentare  
Bitte wählen Sie

Email

Passwort


Passwort vergessen

> Neu anmelden


Auch interessant



The Band
von Anna Brownfield




Meist gelesen¹

1. 
Mary Poppins  

2. 
Ong-Bak  

3. 
A Serbian Film  

4. 
Die Tribute von Panem - Catching Fire  

5. 
Captain America 2: The Return of the First Avenger  

6. 
Frauengefängnis  

7. 
Verblendung  

8. 
Die wilden Hühner  

9. 
47 Ronin  

10. 
The Place Beyond the Pines  
¹ gilt für den aktuellen Monat

Casinos im Film
  FILMSUCHE
  Sie sind hier: Filmkritiken > Alfred Hitchcock > Notorious – Berüchtigt
Notorious – Berüchtigt RSS 1.0


Notorious – Berüchtigt

Notorious – Berüchtigt

Ein Film von Alfred Hitchcock

Einer der wichtigsten, bekanntesten und beliebtesten Regisseure aller Zeiten ist Alfred Hitchcock. Sein Name ist Programm und seine Werke werden noch heute vielfach als Filmzitate verwendet. Hitchcocks Markenzeichen sind Präzision und Perfektionismus. Die Kurzauftritte in seinen Filmen (anfangs nur aufgrund fehlender Statisten, später als Running-Gag) sind legendär, seine Meisterwerke wie “Das Fenster zum Hof” (1953), “Vertigo” (1957), “Psycho” (1960) und "Die Vögel" (1962) Meilensteine der Filmgeschichte.

Miami, 1946: Alicia Huberman (Ingrid Bergman) leidet unter der Vergangenheit ihres Vaters, der aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem deutschen Kriegsfeind wegen Hochverrat verurteilt wird. Der Geheimagent Devlin (Cary Grant) überredet die patriotische Alicia dazu, als Spionin in Rio de Janeiro für die amerikanischen Behörden zu arbeiten. Zwischen Alicia und Devlin entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die jedoch durch Devlins kühle Art überschattet wird.
Beide erfahren, dass Alicia Kontakt zum Chef einer deutschen Nazigruppe - Alex Sebastian (Claude Rains) - aufnehmen soll, um an geheime Informationen zu gelangen. Sebastian war ein Freund ihres Vaters und ein Verehrer Alicias. Da beide Alicias Wirkung auf Männer kennen und wissen, dass dieser Auftrag ihre frische Liebe erschweren, vielleicht sogar gefährden würde, hofft Alicia, dass Devlin ihr davon abrät, den Auftrag anzunehmen. Als er die Entscheidung ihr überlässt, ist sie emotional enttäuscht und willigt ein.
Es kommt, was nicht vorherzusehen war: Sebastian verliebt sich erneut in Alicia und macht ihr einen Heiratsantrag. Da ihr Geheim-Auftrag noch nicht abgeschlossen ist und Alicia so noch besser nützliche Informationen erhalten kann, willigt sie auch diesmal ein und zieht in sein Haus. Dort wohnt auch Sebastians Mutter (Leopoldine Konstantin), die gegen Alicia großes Misstrauen hegt.
Auf einer Haus-Party schleichen sich Alicia und Devlin in den Keller und finden Uranium, das in Weinflaschen gelagert wird. Eine der Flaschen geht zu Bruch. In ihrer Eile schaffen es die beiden nicht, ihr Missgeschick völlig zu vertuschen. Sebastian findet heraus, dass er sich eine Spionin ins Haus geholt hat und muss sie aus dem Weg schaffen. Langsam wird Alicia von Sebastian und seiner Mutter vergiftet.
Die benommene Alicia und Devlin treffen sich zum regelmäßigen Informationsaustausch, bei dem sie vorgibt, einen Kater zu haben. Devlin ist enttäuscht, dass Alicia ihr früheres Alkoholproblem auf die leichte Schulter nimmt. Da sie bereits erfahren hat, dass Devlin sich versetzen lassen will, ist auch sie enttäuscht darüber, dass er sein Vorhaben verschweigt. Sie trennen sich.
Als Alicia merkt, dass sie in Lebensgefahr schwebt, ist sie bereits schwer krank und kann weder das Bett verlassen noch Außenkontakt aufnehmen. Als sie bei ihren Verabredungen nicht auftaucht, schöpft Devlin endlich Verdacht. Er erkennt, dass sie gefangen gehalten wird und auf seine Initiative angewiesen ist: er dringt in Sebastians Haus ein während dieser eine Konferenz abhält, findet die totkranke Alicia, macht ihr ein Liebesgeständnis und bringt sie in sein Auto. Er lässt Sebastian vor allen Nazi-Kollegen nicht einsteigen, um sie ins Krankenhaus zu begleiten, sondern fährt mit Alicia alleine davon. Sebastian wird sich den Fragen seiner Kollegen stellen müssen und weiß, dass dies sein Todesurteil ist.
Notorious – BerüchtigtNotorious – BerüchtigtNotorious – Berüchtigt
“Notorious” ist einer der schönsten und spannendsten Hitchcock-Filme. Dies liegt einerseits an den legendären Schauspielern, andererseits an der Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte. Hitchcock selbst beschreibt, dass er bei “Notorious” Wert auf Schlichtheit gelegt habe. So gebe es nicht – wie in Agentenfilmen sonst üblich – viele Momente der Gewalt. Auch die Mordmethoden seien außerordentlich einfach gewesen.
Vielschichtig ist “Notorious” hingegen auf psychologisch-emotionaler Ebene. Die Liebe zwischen Alicia und Devlin wird permanent auf die Probe gestellt und keiner von beiden weiß mit Sicherheit, ob der andere es tatsächlich ernst meint. Devlins Misstrauen gegen Alicias Standhaftigkeit im Kampf gegen den Alkohol zerrt an der Beziehung. Von außen werden ständig neue Schwierigkeiten an sie herangetragen. So muss Alicia nicht nur mit dem Feind ins Bett gehen, sondern ihn zudem noch heiraten. Die FBI-Agenten, die Alicia den Auftrag gegeben haben, schauen auf sie herab, weil sie in ihr ein Flittchen sehen. Devlin muss sich bei abfälligen Bemerkungen sehr zusammenreißen, denn er kann es sich nicht leisten, Alicia offen zu verteidigen und seine Liebe zuzugeben. Auch die Figur des Sebastian ist komplex: ein Verbrecher, der im Begriff ist, eine Atombombe herzustellen und dazu deutsche Forscher in seinem Haus unterbringt. In seiner Liebe zu Alicia jedoch wie ein kleiner Junge, ihr ausgeliefert und voller Anbetung. Dass sie eine amerikanische Agentin ist und ihn hintergangen hat, bricht ihm das Herz.
Notorious – BerüchtigtNotorious – BerüchtigtNotorious – Berüchtigt
Hitchcock hatte einige Lieblinge, die er immer wieder für seine Hauptrollen besetzte. Zu ihnen zählen u.a. James Stewart, Gregory Peck, Grace Kelly, Ingrid Bergman und ganz besonders Cary Grant. Für "Notorious" wählte er gleich zwei von ihnen und hatte damit die perfekte Besetzung gefunden: Der schwedische Import Ingrid Bergman war durch “Casablanca” (1943) von Michael Curtiz (heute einem der größten Filmklassiker aller Zeiten) bereits ein Star. Im Laufe ihrer Karriere wurde Bergman mehrmals für den Oscar nominiert und ausgezeichnet. Der in zweiter Ehe mit dem italienischen Filmemacher Roberto Rosselini verheiratete Star gilt heute als eine der größten Schauspielerinnen der Filmgeschichte. Der ebenfalls oscarnominierte Cary Grant (geboren als Alexander Archibald Leach) arbeitete bereits bei "Verdacht - Suspicion" (1941) mit Hitchcock zusammen und wurde in späteren Werken wie “Über den Dächern von Nizza” (1954) und “Der unsichtbare Dritte” (1958) erneut besetzt. Er war darüber hinaus vor allem für seine Screwball-Comedies bekannt und erhielt den Oscar für sein Lebenswerk. Claude Rains kam von der Theaterbühne und wurde u.a. für seine Leistungen in “Casablanca” und “Notorious” mit dem Oscar für die beste Nebenrolle nominiert. Hitchcock selbst wurde Zeit seines Lebens zwar mehrfach nominiert, ging jedoch nie als Preisträger dieser begehrten Auszeichnung hervor. Schande über die Academy!

Noch ein paar Worte zum Uranium in Weinflaschen: Hitchcock hat den Begriff des “MacGuffin” geprägt. Darunter fielen für ihn Gegenstände, die nur den Zweck eines Aufhängers erfüllten und keinen tiefergehenden Sinn bedeuteten. In diesem Fall das Uranium, mit dem Waffen – vielleicht eine Atombombe – hergestellt werden könnten: Etwas, das für die deutschen Spione von großer Wichtigkeit ist, das geheim gehalten werden muss und wonach der amerikanische Geheimdienst sucht. In Francois Truffauts Buch “Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?” erzählt Hitchcock, wie austauschbar ein MacGuffin ist: “Wenn unsere Geschichte nicht mit dem Krieg zu tun hätte, hätten wir vielleicht etwas mit einem Diamantendiebstahl gemacht, aber das ist doch alles ganz unwichtig.” Dass sich Hitchcock und sein Autor Ben Hecht ein Jahr vor Hiroshima durch die Idee einer Atombombe verdächtig machten, konnten sie nicht ahnen: das FBI jedoch traute den Filmemachern nicht und ließ sie drei Monate beschatten.

Hinweis zur DVD: Neben kurzen Lebensläufen und Filmografien des Regisseurs und der Hauptdarsteller gibt es keine zusätzlichen Specials. Mit ca. 10 Euro bewegt sie sich jedoch im erschwinglichen Rahmen und ist eine der günstigeren Hitchcock-DVDs. Also, nichts wie ran: Dieser Film ist ein Knaller!

Eine Rezension von Jeannette Armborst
(09. Oktober 2007)
    Notorious – Berüchtigt bei ebay.de ersteigern


Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

Daten zum Film
Notorious – Berüchtigt USA 1946
(alternativer deutscher Titel: Weißes Gift)
Regie Alfred Hitchcock Drehbuch Ben Hecht
Produktion
Darsteller Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin
Länge S/W, ca. 100 Min. FSK
Kommentare zu dieser Kritik
travisbickle TEAM sagte am 22.07.2012 um 19:11 Uhr

Mich hat die DVD im Mueller nur 5 Euro gekostet. Aber ich hätte auch 20 bezahlt. Ein großer Filmgenuss vom Master of Suspense. Chapeau!

Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

 

Impressum 
 
 
www.jeichi.com | CD-Kritiken | www.filmempfehlung.com
Horrorfilm News | Der Webvideo Markt | Kino Trailer
 
Sedo - Domains kaufen und verkaufen etracker® Web-Controlling statt Logfile-Analyse